«Schade, schade, schade»

WIDNAU. Es war so, als hätten Jakobus und Petrus gestern im Himmel gestritten. Wenn dem so ist, hat wohl Petrus gewonnen. Über ein prächtiges Jakobiwetter konnten sich die Widnauer an ihrer Kilbi jedenfalls nicht freuen.

Monika von der Linden
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«Mit meinen Fellen lässt's sich in der Stube gut kuscheln», lacht Claudia Schmid über den Regen. Leider blieben viele Leute gestern genau dort.

«Mit meinen Fellen lässt's sich in der Stube gut kuscheln», lacht Claudia Schmid über den Regen. Leider blieben viele Leute gestern genau dort.

«Als ich heute um 7 Uhr die Feuerwehr hörte, dachte ich, der Binnenkanal hat Hochwasser», sagte Christa Trevithick gestern. Schnell habe sie nachgeschaut. Denn bei Hochwasser wäre die Kilbi sicher ausgefallen. Sie fand wie geplant statt, und der Kanal trat nicht über die Ufer. Als der Alarm ausgelöst wurde, war Marco Köppel (Kommandant Feuerwehr Mittelrheintal und Leiter Werkhof) schon an der Kilbi. «Um 6 Uhr kamen die Marktfahrer», sagte er. In einem Haus am Toniwisweg fing ein Elektrotableau Feuer. «Es wurde schnell gelöscht», sagte Köppel, der nicht am Brandplatz war. «Ich dachte zuerst, es wäre Hochwasseralarm.» Auch wenn der Regen im Mittelrheintal keine Katastrophe auslöste, war er an der Kilbi das herausragende Thema. «Schade, schade, schade», sagten sowohl die Marktfahrerinnen und -fahrer als auch die Besucherinnen und Besucher. «Wenn es bis 11 Uhr aufhört zu regnen, kommen die Leute noch», berichtete Claudia Schmid aus ihrer dreissigjährigen Erfahrung als Marktfahrerin. «Wenn es in Diepoldsau Sonnenschein gab, regnet es in Widnau. Das ist meistens so», sagt sie. Und die Diepoldsauer hatten schönes Wetter.

Es regnete bis zwei Uhr und die Leute kamen doch noch. Dem vierjährigen Liam Trevithick machte der Regen nichts aus. Er wollte Karussell fahren – im Feuerwehrauto und auf dem Motorrad. «Letztes Jahr hatte er nach zwei Fahrten genug. Heute hat er den Plausch», sagte seine Mutter Christa Trevithick. Für Kinder seien die Bahnen an der Kilbi super. Ihr fehle jedoch eine nostalgische Schifflischaukel. «Die gehört für mich seit meiner Kindheit zur Kilbi. Damals bin ich schon morgens um 7 Uhr auf der Kilbi gestanden, um zu sehen, wann die Bahnen endlich starten. Natürlich war ich viel zu früh».

Mann an der Fritteuse: Pascal Moser macht belgische Fritten.

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Vom 26. bis 28. September ist Moschti-Fäascht. Das OK begann an der Kilbi mit dem Vorverkauf und gewährte gar einen Rabatt von 2 Franken.

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Wer den Weg trotz des Regens auf die Bahn gewagt hatte, wurde mit extra langen Fahrten belohnt.

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Der vierjährige Liam Trevithick hatte die grösste Freude an der Hupe. (Bilder: Monika von der Linden)

Der vierjährige Liam Trevithick hatte die grösste Freude an der Hupe. (Bilder: Monika von der Linden)

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