SCHACH: Von null auf hundert

Die Vereinsmeisterschaft des Schachclubs Rheintal endete mit einem klaren Sieg von Markus Wittwer. Er distanzierte Titelverteidiger Gilbert Jost um 1,5 Punkte.

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Von mangelnder Spielpraxis war beim neuen Vereinsmeister Markus Wittwer nicht das Geringste zu spüren. (Bild: Kurt Kaufmann)

Von mangelnder Spielpraxis war beim neuen Vereinsmeister Markus Wittwer nicht das Geringste zu spüren. (Bild: Kurt Kaufmann)

Die Leistung des 55-jährigen Betriebsökonomen erstaunt umso mehr, weil er aus beruflichen Gründen eine sechsjährige Schachpause eingelegt hatte. In dieser Zeit hatte er keine einzige Turnierpartie absolviert, keine Schachliteratur gelesen, keine Varianten studiert, nichts. Doch einem alten Kater muss man das Mausen nicht beibringen.

Wittwer technisch und kämpferisch wie eh und je

Nach einem verhaltenen Start mit zwei Unentschieden drehte er mächtig auf und verliess das Brett neunmal als Sieger. Er scheute sich nicht, die Verteidigung zu vernachlässigen und alle Kräfte an die Front zu werfen. Ganz ohne Rückschläge kam der Draufgänger aber doch nicht über die Runden. Gegen Stephan Marte und Rafael Ibanez musste er zwei schmerzliche Niederlagen hinnehmen. Im Tennis würde man von unerzwungenen Fehlern sprechen.

Gegen Marte war nirgendwo ein grösserer Nachteil auszumachen und gegen Ibanez stand er mit einer Mehrfigur glatt auf Gewinn. Doch in der Zeitnotphase liess er die gewohnte Präzision vermissen und manövrierte sich noch in eine Verluststellung hinein. Trotz den beiden Dämpfern kann die Leistung des neuen ­Vereinsmeisters nicht genug gewürdigt werden. Technisch hat er überhaupt nichts von seiner alten Stärke eingebüsst, kämpferisch sowieso nicht. Verbesserungspotenzial gibt es einzig beim haushälterischen Umgang mit der Bedenkzeit.

Auch Jost und Marte zeigen gute Leistung

Sehr zu gefallen wussten auch Gilbert Jost und Stephan Marte. Wie der spätere Sieger mussten auch sie in dreizehn Runden nur zweimal den König umlegen.

Sie streuten jedoch zu viele Punkteteilungen ein, um dem Champion noch gefährlich werden zu können. (kk)

Schlussrangliste

Play-off: 1. Markus Wittwer, Berneck, 10 Punkte; 2. Gilbert Jost, Widnau, 8,5; 3. Stephan Marte, Horn, 8; 4. Günther Hüttig, Heerbrugg, 7,5; 5. Rafael Ibanez, Rebstein, 5,5.

Play-down: 1. Urs Benninger, Thal, 8; 2. Kurt Kaufmann, Berneck, 6,5; 3. Pius Steiger, Oberriet, 6; 4. Kurt Lesjak, Berneck, 3,5; 5. Franz Roscher, Eichberg, 1,5.