SC Rheintal weiter erfolgreich

Der SCR schaffte es, den Spitzenrang zu behalten. Dies eindrücklich mit sieben Toren, erzielt durch die Doppeltorschützen Popp und Broder zusammen mit Holenstein, Rauter und Ammann: Dielsdorf-Niederhasli – Rheintal 4:7 (2:1, 2:3, 0:3).

Martin Köppel
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Mit einem Doppelschlag in der 25. und 26. Minute bringt Matthias Popp die Rheintaler 2:3 in Führung. Gekonnt hebt er die Scheibe über den Bein-Schoner des Zürcher Goalie. (Bild: Hanspeter Köppel)

Mit einem Doppelschlag in der 25. und 26. Minute bringt Matthias Popp die Rheintaler 2:3 in Führung. Gekonnt hebt er die Scheibe über den Bein-Schoner des Zürcher Goalie. (Bild: Hanspeter Köppel)

EISHOCKEY. Der SCR siegte am Schluss klar, auch wenn die Zürcher in Front gingen und zwischenzeitlich bis zur Spielmitte den Gleichstand herstellen konnten. Die Schlussminute hatte es aber in sich: Es gab gleich zwei SCR-Treffer in 31 Sekunden. Das Spiel begann, wie man es vermutet hatte, mit gegenseitigem Abtasten, sehr defensiv-lastig. Zu Beginn kamen die Gäste aus dem Rheintal einfach nicht richtig auf Touren. Zu sehr wurde das Spiel durch Einzelaktionen bestimmt. In dieser Phase bemerkte man das Fehlen vom routiniertesten Spieler des SCR, Christian Schuster, enorm. Zweimal musste der SCR einem Rückstand nachrennen, und somit endete das erste Drittel mit 2:1 für den Gastgeber. Den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Mischa Broder zusammen mit Popp und Rauter geschafft.

Freud und Pech nah beieinander

Im Mitteldrittel sah man einen viel aktiveren SCR. Der Pausentee schmeckte offensichtlich, denn die Spieler waren bedacht auf saubere Angriffs-Auslösungen und geradliniges Spiel. In jeder Aktion war wieder Power, und es war nur eine Frage der Zeit, bis der Ausgleich fallen würde. Kaltschnäuzig und routiniert wie Popp dann seine Doublette zur 2:3-Führung verwertete. Als Holenstein auf tollen Einsatz von Ammann das 2:4 bewerkstelligte, dachten alle SCRler, jetzt habe man das Spiel im Griff – die Fans aus dem Rheintal tobten vor Freude. Gäste-Coach Studer aber nahm genau zu diesem Zeitpunkt sein Time-out, und der Spielfluss vom SCR wurde offensichtlich gehemmt. Dielsdorf glich wieder zum 4:4 aus, wobei der Ausgleich aus klarer Offsideposition erzielt wurde. Doppeltes Pech für den SCR, als ihm auch noch ein klares Tor zum 4:5 knapp vor der Pause nicht gegeben wurde. Die Schiedsrichter hatten es beide nicht gesehen (wäre ein Fall für den Torrichter gewesen, den es ja nicht mehr gibt). Sicher ist, es war ein komplett anderes Drittel als das erste. Der Wermutstropfen war, dass Kappenthuler verletzt ausfiel. Im Schlussdrittel fehlten also zwei Top-SCR-Verteidiger. Das Spiel wogte nun hin und her, es wurde mehr Rasse als Klasse gezeigt.

Meisterlicher Schlussauftritt

Gekämpft wurde verbissen, und man spürte richtig, das nächste Tor kann entscheidend sein. Rauter lenkte dann den Querpass von Moser in die Maschen, und von nun weg spielte der SCR wie ein Leader – abgeklärt, ohne jegliche Hektik und den Abschluss suchend. Ammann und Broder schossen dann ins leere Tor und bescherten dem SC Rheintal den siebten Sieg im siebten Spiel.

Trainer Othmar Capaul erklärte, dass die Rechnung aufgegangen sei: «Wir wussten von der physischen Stärke der Gegner, auf die sie dann auch voll setzten. Ihr Spiel war entsprechend leicht durchschaubar. Mit unserem aggressiven Forechecking konnten wir Dielsdorf früh stören. Denn es war klar, diese Mannschaft darf man nicht in einen Spielrausch kommen lassen.» Seine Jungs hätten sich toll und wie ein wahrer Leader verhalten. «Kaltschnäuzig, zielstrebig, und was heute Abend offensichtlich war, ist der unbändige Teamspirit – einfach genial», lobte der Trainer. Er glaube, die Luchse hätten nebst dem Biss auch die nötige Portion Schlauheit ins Spiel gebracht. Erwähnenswert sei, dass mit Schuster und Kappenthuler die routiniertesten Spieler mit dem höchsten Potenzial gefehlt hätten. «Umso erfreulicher war, was Youngster Luca Binder zeigte war genial», freute sich Capaul. Das habe ihm von seinen Mannschaftskollegen am Schluss in der Kabine einen berechtigten Applaus eingebracht.