SC Rheintal kann gegen Reinach doch noch gewinnen

Nach einem 0:2-Rückstand kommt der SCR dank fünf Toren im Schlussdrittel zu einem 6:2-Sieg im letzten Saisonheimspiel gegen Reinach.

Sepp Schmitter
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Pascal Obrist (links) und seine Kollegen kamen gegen Reinach dank furiosem Schlussdrittel zum 6:2-Sieg.

Pascal Obrist (links) und seine Kollegen kamen gegen Reinach dank furiosem Schlussdrittel zum 6:2-Sieg.

Bild: ys

Die Erwartungen an das letzte Spiel waren hoch, denn erneut fanden über 230 Zuschauer den Weg in die Aegeten. Darunter sogar eine Handvoll Fans der Red Lions Reinach, die den mit nur 16 Spielern unterbesetzten Bus füllten.

Die Rheintaler waren für einmal ansprechend besetzt, Yanick Bodemann und Yves Breitenmoser wieder mit dabei. Für die einen war es das letzte Heimspiel, für Liam Stoffel aber das erste Spiel in der 1.Liga, der SCR-Junior hatte bisher Erfahrungen in der zweiten Mannschaft gesammelt. Am Dienstag bildete er mit Lukas Thurnherr ein jugendliches Verteidigungspaar.

Streithähne wandern nach Schlägerei unter die Dusche

Die Hausherren starteten mit viel Druck, sie wollten sich nach vier Niederlagen in der Abstiegsrunde noch einmal beweisen. Doch bei angezeigter Strafe gelang den Gästen der glückliche Führungstreffer. Einen weiteren vermeintlichen Treffer der Löwen entlarvten die aufmerksamen Schiedsrichter als Kicktor. Aber wieder einmal lag der SCR trotz Chancenplus im Rückstand.

Die Luchse agierten immer noch sehr ambitioniert, aber wenig effizient, und zum Teil zu kompliziert – mehr als ein Lattentreffer war nicht zu sehen. Umso sehenswerter war der Faustkampf zwischen Luca Binder und Cyril Meyer – sogar die Unparteiischen schauten lange tatenlos zu, um dann die Streithähne unter die Dusche zu schicken.

Marc Witschi, der Goalie der Gäste stand unter Dauerbeschuss, aber nach einem schnellen Gegenstoss stand es plötzlich 0:2. Nun kroch eine leise Vorahnung an die vergangenen knappe Niederlagen durch die Halle. Aber Adrian Ströhle nahm die Herausforderung an und konnte eine herrliche Kombination mit Nico Paul erfolgreich abschliessen. Damit war die Aufholjagd noch vor dem letzten Drittel eingeläutet.

Der SC Rheintal übernahm nun endgültig das Zepter – und die Bemühungen fruchteten endlich. Sandro Bartholet konnte mit einem trockenen Schuss den Ausgleich realisieren, die lange vermisste Kaltblütigkeit war wieder da. Nur 30 Sekunden später schloss Youngster Pascal Kuster erfolgreich ab. Dieser Doppelschlag löste die Verkrampfung der SCR-Akteure – und Begeisterung auf den Rängen aus. Die beiden Routiniers Adrian Ströhle und Nico Paul legten sich gegenseitig noch je einen Treffer auf. Beim Stand von 5:2 waren die roten Löwen aus Reinach mit ihren Kräften am Ende, strebten aber ohne Torhüter eine Resultatkosmetik an – es war indes Thurnherr, der mit einem Präzisionsschuss übers ganze Feld ins leere Tor und damit zum 6:2-Schlussresultat traf.

Dieses Spiel hatte nochmals vieles von dem gezeigt, das Eishockey so attraktiv macht: Frustrierende Erfolglosigkeit in den ersten beiden Abschnitten und ein Schaulaufen mit präzisem Zusammenspiel und herrlichen Toren zum Schluss. Das Spiel machte Lust auf mehr, doch nun ist in Widnau Sommerpause bis Mitte August.

Die Formation der Luchse wird sich bis dann wohl stark verändern: Nicht nur Trainer Roger Nater, sondern auch einige Spieler dürften den Verein verlassen. Das Team dieser Saison – abzüglich des immer noch grossen Lazaretts – wird sich am nächsten Sonntag um 17.30 Uhr nochmals in der Eishalle Grüsch im Spiel gegen den HC Prättigau-Herrschaft präsentieren.