Satire mit Peter Schneider

Der Psychoanalytiker und SRF-Kolumnist Peter Schneider kommt am Freitag, 20. Mai, für einen vergnüglich-satirischen Abend der Donnerstags-Gesellschaft in den Ochsensaal in Thal.

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Das Gesicht zur bekannten Stimme: Peter Schneider. (Bild: pd)

Das Gesicht zur bekannten Stimme: Peter Schneider. (Bild: pd)

THAL. Peter Schneider war schon immer ein tiefgründiger Denker. Bereits mit 15 Jahren gab er als Traumberuf Psychoanalytiker an. Während andere Karl May verschlangen, waren seine Jugendhelden Siegmund Freud und Kurt Tucholsky. Ursprünglich wollte er Theaterwissenschaft und Germanistik studieren, dann hat er sich für Philosophie und Literaturwissenschaft entschieden – aber immer im Hinblick darauf, Psychoanalytiker zu werden. Die Psychoanalyse hat ihn – abgesehen von der Hoffnung, sich damit aus den eigenen Fesseln zu befreien – am meisten von ihrer kulturwissenschaftlichen Seite interessiert. Heute betreibt er in Zürich eine Praxis als Psychotherapeut und ist in Zürich und Bremen als Dozent tätig.

Bekannt aus der Politsatire

«Wer bin ich eigentlich, und wenn ja, wozu?» So lautet ein typischer Titel seiner unzähligen Vorträge und Publikationen. Schneiders Antwort darauf: «Wenn ich das wüsste. Ich habe Mühe, mich identitätsmässig festzulegen. Sagen wir: ein Konglomerat von nicht ganz gleichen Seelen, die zusammen irgendwie etwas ergeben, was manchmal ganz gut zusammenpasst und manchmal nicht.»

Einem breiteren Publikum bekannt ist Peter Schneider vor allem durch seine wöchentlichen Kolumnen und die Rubrik «Leser fragen» im Tagesanzeiger sowie durch «Die andere Presseschau» auf SRF3, eine tägliche Medienkritik. «Die Politsatire nimmt bei mir den Umweg über den Kommentar am Geschriebenen. Das betreibe ich nun schon zwanzig Jahre, und mit der Zeit befällt einen als Grundstimmung ein Überdruss daran, wie über die Jahre besonders in den <soft news> immer wieder derselbe Käse aufgewärmt und einem hysterisch als neuer Trend angedreht wird. Diese Mischung aus Überdrehtheit und abgegriffenen Floskeln, neuesten Erkenntnissen und elendsten Klischees – puh!»

Am satirischen Abend vom 20. Mai im Ochsensaal Thal verbindet Peter Schneider Themen der Philosophie, Religion und Psychologie mit den alltäglichen Unwägbarkeiten. Es entstehen Texte ohne Floskeln und Belehrungen. Sie lassen die «alarmierten Experten» und «entsetzten Spezialisten» nie gut aussehen.

Bissig, aber nie beleidigend

Seine Kritik ist immer bissig, polarisiert selten, beleidigt nie einzelne Personen und ist nie sektiererisch. Er erklärt komplexe Zusammenhänge in einfachen Worten und ohne die Welt verbessern zu wollen. Der Satiriker wird auch zeigen, wieso ein begnadeter Tangotänzer nichts von Sport versteht oder Rotwein und Zigarre die persönliche Lebenssituation verbessern.

Das Gesicht zur Stimme ist zu sehen am Freitag, 20. Mai, um 20 Uhr im Saal des Restaurants Ochsen, Thal. (pd)

Türöffnung: 19.15 Uhr. Keine Sitzplatzreservationen. Für Abo-Besitzer ist der Eintritt kostenlos.

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