Saša Stanišic liest an der Kanti

HEERBRUGG. Am Donnerstag, 5. November, 20 Uhr, eröffnet die Rheintalische Gesellschaft für Musik und Literatur ihre Kultursaison. Saša Stanišic liest in der Aula der Kanti.

Drucken
Teilen
Saša Stanišic. (Bild: pd)

Saša Stanišic. (Bild: pd)

Den Anlass organisiert die RGML in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Rheintal. Der junge Erfolgsautor Saša Stanišic, der heute in Hamburg lebt, wird aus seinem neuen Roman «Vor dem Fest» lesen, sich den Fragen des Publikums stellen und gern seine Bücher signieren.

Im Jahr 2005 war der Nachwuchsautor, der aus Bosnien stammt, mit der Erzählung «Was wir im Keller spielen» beim renommierten Wettbewerb um den Ingeborg-Bachmann-Preis vertreten. Das autobiographisch gefärbte Werk, das den Krieg in Ex-Jugoslawien aus der Sicht eines Kindes Revue passieren lässt, erhielt in Klagenfurt den Kelag-Publikumspreis.

2006 legte Stanišic seinen Debütroman «Wie der Soldat das Grammophon repariert» vor. In der semi-autobiographischen Geschichte, die vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs angesiedelt ist, porträtiert der Autor den jungen Bosnier Aleksandar aus Višegrad, der mit seinen Eltern nach Deutschland flieht und sich in der neuen Heimat in eine Welt aus Geschichten und Erinnerungen flüchtet. Stanišics Romanerstling erlangte die Gunst der Kritiker und ist in 30 Sprachen übersetzt worden.

Letztes Jahr wurde Stanišic mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Sparte Belletristik für seinen zweiten Roman «Vor dem Fest» geehrt. Darin erzählt er über ein Dorf in der nordostdeutschen Uckermark. Den Eindruck des Zugewandten, des Liebevollen hat man auch beim Lesen dieses Romans, obschon die Gegend auch trist und trostlos ist, eine sterbende Gegend. Stanišic haucht dem eigenartig zwischen Realität und Märchen schwebenden Ort Leben ein und versieht jeden dieser einzelnen seltsamen Bewohner, die sich da in der Nacht vor dem Dorffest auf den Strassen herumtreiben, mit einer Geschichte. Eigentlich müsste man sagen: Er schenkt ihnen eine.

Vielleicht kann man auch etwas pathetisch sagen: Er schenkt ihnen eine Heimat, ein Aufgehobensein. (pd)

Abendkasse ab 19.30 Uhr; www.rgml.ch