Samariter mit Leib und Seele

Ruth Bischofberger und Roland Wetli sind für den Titel «Samariter des Jahres» nominiert.

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Roland Wetli und Ruth Bischofberger.

Roland Wetli und Ruth Bischofberger.

Bild: Ralph Dietsche

(radi) Der Samariterverband St.Gallen-Fürstentum Liechtenstein verleiht am Samstag, 7. März, den Titel «Samariter des Jahres 2019». Unter den fünf Nominierten sind zwei Rheintaler. Ruth Bischofberger gehört seit 1977 dem Samariterverein Oberriet an und präsidiert ihn seit 21 Jahren. «Früher hatte der Verein ein Pflästerli- Image. Davon sind wir dank modernem Material weggekommen», sagt sie, die 15 Jahre lang Samariter-Instruktorin war.

Ein Ereignis ist ihr besonders in Erinnerung: «Vor vier Jahren durfte ich einem jungen Ringer nach einem Herzstillstand das Leben retten.» Dies fand damals grosse Beachtung. Trotz ihren 73 Jahren leistet Bischofberger noch regelmässig Dienst, sie vermittelt ihr Wissen, organisiert Übungen und kümmert sich um die Administration des Vereins. «Das Samariterwesen bedeutet mir alles. Trotzdem war ich überrascht, als mir gesagt wurde, dass ich nominiert wurde.»

Ähnlich ging es Roland Wetli: «Ich habe gestaunt, als ich erfuhr, dass ich zu den Finalisten gehöre.» Der 67-Jährige ist seit 44 Jahren im Samariterverein Au und war 20 Jahre lang Präsident. Er gründete mit der Help- Gruppe die Jugendorganisation der Samariter, die er heute noch leitet. In der Zeit als Samariter hat Wetli drei Reanimationen durchgeführt. Eine davon erfolglos: «Das ging mir lange sehr nahe. Heute wissen wir, wie in einem solchen Fall umgegangen werden muss, um das zu verarbeiten. Das war in den 70er- Jahren noch nicht so. Auch diesbezüglich wurden die Samariter professioneller.»

Bei ihnen steht nicht die Einzelleistung im Vordergrund, sondern Leben und Gemeinschaft: «Was bei uns gelernt wird, kann man im Alltag brauchen.» Einige Samariter haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. «Unserem Verein entstammen ein Arzt und drei Rettungssanitäter. Nur daher hat sich mein Einsatz schon gelohnt», sagt Wetli. Für ihn sind die Begegnungen und die Dankbarkeit der Patienten das Wertvollste: «Manchmal kommen ehemalige Patienten ein Jahr später wieder an denselben Anlass und bedanken sich für die Hilfe.» Auch wenn Wetli zufrieden ist, etwas würde er sich wünschen: «Es wäre schön, wenn die Öffentlichkeit mehr Interesse an der Ersten Hilfe zeigen würde. Trifft ein Notfall ein, wird rasch nach der Rettung gerufen. Schön wäre, wenn möglichst alle als Ersthelfer sich um Patienten sorgen könnten.» Der Wunsch von Ruth Bischofberger ist ähnlich: «Samariter und Ersthelfer dürften mehr Anerkennung bekommen.»

Vielleicht bekommt einer der beiden nominierten Rheintaler Samariter am 7. März Anerkennung in Form des Titels. Dieser ging vor zwei Jahren schon einmal ins Rheintal: Damals wurde Esther Näf aus Widnau ausgezeichnet.