Sahara oder Mato Grosso?

Wer Grün will im Haus, kann ja konzeptionell vorgehen: Warme, trockene und helle Atmosphäre oder feucht-warm wie im Urwald. Wenn man sich entschieden hat und sich daran hält, ist man auf gutem Wege.

Urs Stieger Berneck, Www.u-Stieger.com
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coelogyne cristata (Bild: Urs Stieger)

coelogyne cristata (Bild: Urs Stieger)

Wer Grün will im Haus, kann ja konzeptionell vorgehen: Warme, trockene und helle Atmosphäre oder feucht-warm wie im Urwald. Wenn man sich entschieden hat und sich daran hält, ist man auf gutem Wege.

Viele Fettblattgewächse, Sukkulenten und Kakteen schaffen Raum für eine spezielle Stimmung. In einer grossen Schale oder in einem Blumenkistchen am Fenster können Minibiotope geschaffen werden, die sehr pflegeleicht und viel interessanter sind als einzelne Töpfe. Wer unkonventionelle Lösungen selbst baut, kann den Charakter bestimmen. So sind zum Beispiel Feuerschalen gute Gefässe für Wüstenbiotope. Da sie nicht viel Wasser brauchen, versumpfen sie nicht.

Bei mir wachsen folgende Pflanzen zusammen in Becken aus Aluminium ohne Ablauf: Leuchterblumen Ceropegia, Kakteen, Aloe, Geldbaum Crassula ovata als Bonsai, Echeveria robusta und andere Sorten. Kakteenerde und viel Licht braucht es, man kann auch mit Steinen dekorieren, Schiefer ist ideal oder Granit. Das alternative Biotop wäre dann Urwald oder Urwaldrand.

Da braucht es Gefässe, aus denen das Wasser ablaufen kann, sonst gibt es irgendwann Fäulnis. Also benutzt man eine Schale mit Loch und Untersetzer oder sehr grobes Kies am Beckenboden.

Urwaldpflanzen oder ähnliche brauchen humose Erde, die man etwas mit Holzkohle mischen kann, da diese eine gewisse desinfizierende Wirkung hat. Fast alle Pflanzen mit grossen, breiten Blättern wachsen gut darin. Mit einem Wassersprüher werden sie täglich befeuchtet. Nimmt man hartes Hahnenwasser, werden die Blätter bald einmal grau und kalkig, was der Pflanze sehr schadet. Wer etwas Dünger (sehr wenig!) in die Sprühflasche gibt und einen Tropfen (!) Schmierseife, kann so über die Blätter düngen. Dies ist dann die viel besprochene Wirkung in Wohnräumen: Da Blattpflanzen viel Oberfläche haben, gibt es eine grosse Verdunstungsfläche, der Raum wird feuchter. Allerdings darf man sich keine Illusionen machen oder den Verdunsterproduzenten zu starken Glauben schenken: In unserem Wintergarten hat es zwei Nebelmaschinen. Jede kann pro Stunde sechs Liter Wasser versprühen! Urwaldpflanzen und ihre Nachkommen verlangen mehr Kontrolle, da die Feuchtigkeit der Erde stimmen muss. Doch werden auch diese eher ersäuft als dass sie vertrocknen.

Wer exklusive Pflanzen will, kann auch den andern Weg gehen: In der Gemüseabteilung zum Beispiel Ingwer oder Süsskartoffeln kaufen und anziehen. Geht leicht!

Wer es wirklich wissen will und ein kühleres Schlafzimmer mit Licht hat, kann es ja mit der abgebildeten schönen Orchidee versuchen. Die Coelogyne cristata vom Vorhimalaya wächst gut, wenn sie vom Sommer bis zum Oktober im Freien steht.

Ob sie ins Schlafzimmer passt? Früher war sie wegen ihrer schneeweissen, traumhaften Blüten ein Symbol für Jungfräulichkeit.

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