Sägestart mit Donnerschlag

Mit dem Gruppenwettbewerb starteten gestern in Lüchingen die 12. internationalen Hand- und Waldsäge-Meisterschaften. Zugleich feiern die Sägesport-Freunde das 25-jährige Bestehen.

Gerhard Huber
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Die Förster Werner Zogg (links) und Sepp Benz retten an der Waldsäge die Ehre der Profis. (Bild: Ulrike Huber)

Die Förster Werner Zogg (links) und Sepp Benz retten an der Waldsäge die Ehre der Profis. (Bild: Ulrike Huber)

SÄGESPORT. Benno Büchel von den Schwarzpulverschützen Altstätten feuerte eine Salve ab, die man über Altstätten und Rebstein hinaus hörte, und eröffnete damit das 25-Jahr-Jubiläumswochenende der Sägesport-Freunde Rheintal. Zugleich war dies der Startschuss für die Wettkämpfe an der Säge. Da flogen die Sägespäne, die Zähne der Sägen frassen sich durch das Holz, die Köpfe der Akteure waren vor Anstrengung gerötet und der charakteristische Duft frischen Holzes war zu riechen.

Mit dem Vereins- und Gruppenwettkampf wurden die sportlichen Aktivitäten eingeläutet. «Eigentlich ja ein Plauschwettkampf», wie Sägesport-Freunde-Präsident Bruno Städler lächelnd erklärt, «am Sonntag geht es ab 9.30 Uhr richtig los.» Die besten der Sägesportler aus der Schweiz und benachbarter Länder werden demonstrieren, wie mit der richtigen Technik und mit Muskelkraft das Sägeblatt die Stämme durchschneidet beinahe wie das heisse Messer die Butter.

Geheimtraining hat genutzt

Beim Vereins- und Gruppenwettkampf am Freitagabend durften neben den Profis aus Forstbetrieben auch die Amateure ihr Bestes zeigen. Da traten etwa «Brunos Arbeitskollegen», die «Thurnherr-Chrampfer» oder die «Belagsbauer» in den Wettkampf. Bei so manchem war angesichts seiner Bemühungen zu vermuten, dass er noch nicht allzu oft an der Säge gestanden hatte. Verschiedenste Techniken waren zu sehen. Manche suchten ihr Heil in kurzen, zackigen Bewegungen, wobei sie die Länge des Sägeblattes nicht nutzen konnten. Andere zogen das zum Sportinstrument umfunktionierte Arbeitsgerät mit langen, zügigen Bewegungen durchs Holz. Es soll im Vorfeld bei gewissen teilnehmenden Männerriegen sogar ein Geheimtraining gegeben haben, merkte Bruno Städler verschmitzt an.

Es traten im K.O.-System jeweils zwei Teams gegeneinander an. Nach dem Startschuss mussten je zwei Einzelsäger nacheinander ihr Können beweisen. Das Fallen des Holzrings beim zweiten Starter war das Zeichen für die Männer oder auch Frauen an der Doppelsäge, ihrerseits loszulegen. Apropos Geheimtraining: Die Sieger kamen von der Männerriege Eichberg, die in sensationellen 30,66 Sekunden das Finale vor der Männerriege Hinterforst gewann. Auf dem dritten Platz rettete das Team Rheintalforst mit den beiden Förstern Sepp Benz und Werner Zogg persönlich mit sehr guten 38,67 Sekunden die Ehre der Profis. Und dass Bier tatsächlich Kraft gibt und die Muskeln geschmeidig macht, bewiesen die «Büezer» von der Sonnenbräu, die den vierten Rang (bei 18 teilnehmenden Teams) belegten. In geselliger Runde zur Musik von DJ Hansi liessen Besucher und Sportler den Abend beim Fachsimpeln über zu hartes Holz oder unscharfe Sägezähne ausklingen.

Festakt am Sonntag

Neben den Wettkämpfen wird am Sonntag ein Rahmenprogramm die Jubiläumsmeisterschaft abrunden. Nach einem Festgottesdienst, einer Vorführung der Forstgemeinschaft Mittelrheintal und musikalischer Unterhaltung steht um 15 Uhr ein Festakt auf dem Programm, in dem das Jubiläum der Sägesport-Freunde Rheintal gewürdigt wird.

Programm siehe www.saegesport-freunde.ch Mehr Bilder auf: www.rheintaler.ch