«'s Weed», Visiere und die Baupolizei

REBSTEIN. Peter Lüchinger aus Rebstein sind die Bauvisiere für die geplante Überbauung «'s Weed» ein Dorn im Auge. Dem Gemeindepräsidenten und dem Bauamtsleiter wirft er vor, diese nähmen die baupolizeilichen Kontrollen zu wenig ernst.

Kurt Latzer
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Die Baubewilligung für die Überbauung «'s Weed» wird demnächst erteilt. Dann verschwinden die Visiere. (Bild: Kurt Latzer)

Die Baubewilligung für die Überbauung «'s Weed» wird demnächst erteilt. Dann verschwinden die Visiere. (Bild: Kurt Latzer)

In einer E-Mail stellt Peter Lüchinger ein paar Fragen, im Zusammenhang mit den Bauvisieren im Gebiet Weed. Dort ist der Bau von vier dreistöckigen und einem vierstöckigen Mehrfamilienhaus geplant. Der Rebsteiner Bürger kritisiert in seinem Schreiben, dass die Visiere, die schon seit 16 Monaten stehen, zu wenig gesichert seien. Für Anwohner und Spaziergänger auf der Balgacherstrasse stellen die Visiere seiner Meinung nach eine Gefahr dar. Weiter wollte Lüchinger wissen, ob gebaut werde oder der Investor das Interesse an der Überbauung verloren habe.

Visiere demnächst entfernen

Eine Antwort auf seine E-Mail habe er bis heute nicht erhalten. Gibt es da bei der Gemeindeverwaltung ein Kommunikationsproblem? Wieso hat Peter Lüchinger keine Antwort bekommen? Andreas Eggenberger, Gemeindepräsident von Rebstein: «Ich glaube, wir kommunizieren gut und regelmässig.» Zu gleichen Themen bekomme er immer wieder Anfragen, die auch beantwortet würden.

Und dieses Mal? «Wir haben nicht gleich geantwortet, weil wegen der Überbauung ein Entscheid unmittelbar bevorsteht und die Visiere demnächst entfernt werden», sagt Eggenberger.

Auf Baubewilligung warten

Den Vorwurf der mangelhaften baupolizeilichen Kontrollen bezeichnet Eggenberger als Behauptung, die so nicht stimme. Der Rebsteiner Gemeindepräsident glaubt nicht, dass die hohen Bauvisiere eine Gefahr darstellen. Sie seien von Fachleuten errichtet worden. Jedoch hat Peter Lüchinger damit recht, dass ein paar Visierstangen etwas krumm dastehen. Eggenberger räumt ein, dass die Visiere länger als üblich stehen: «Normalerweise lässt man sie so lange stehen, bis die Fristen abgelaufen sind.» Bei so einer grossen Überbauung, wie dem Weed, warte man mit der Entfernung der Visiere bis zur Erteilung der Baubewilligung. Gelte es, Einsprachen zu behandeln, sei es sinnvoll, die Signalisation von Bauhöhe und -breite stehen zu lassen.

Viele Kompromisse

Er und der Gemeinderat sind nach wie vor überzeugt, dass es sich bei der Überbauung «'s Weed» um ein sehr gutes Projekt handelt. Bei der Planung habe der Investor aufgrund des Gestaltungsplanes gegenüber der Gemeinde zahlreiche Kompromisse eingehen müssen. So etwa mit der Tiefgarage, dem Freiraum zwischen den Gebäuden, dem Spielplatz, den neuen Fusswegverbindungen zwischen der Balgacherstrasse, der Bahnhofstrasse und der Weedstrasse. Sogar die Abstände zu den angrenzenden Einfamilienhäusern habe man grösser gewählt, als eigentlich vorgeschrieben. Die Wohnungen werden alle in Eingentums-Standard gebaut, in punkto Energie, Schall etc. Die Gemeinde hat auch in puncto Energiestandard einen höheren Anteil an nicht erneuerbaren Energien verlangt.

Der Investor legt sehr grossen Wert auf eine gute Wohnqualität und hat sich mit den meisten Wünschen einverstanden erklärt.

Verständnis für Unbehagen

«Dass nicht alle Freude daran haben, wenn man ihnen ein dreistöckiges Haus vor die Nase stellt und sie 30 Jahre lang die freie Wiese geniessen konnten, kann ich nachvollziehen», sagt Andreas Eggenberger. Dass ihre Häuser aber in der Zone W3 liegen, hätten sie schon vor dem Bau ihrer Häuser gewusst. Auch wüssten alle Anwohner, dass es im vorderen Bereich gegen die Balgacherstrasse hin schon vorher einen Überbauungsplan mit einer verdichteten Bauweise gab. Mitteilungen, man hätte lieber Einfamilienhäuser statt der Mietshäuser gehabt, gab es einzelne.

Lieber früher begonnen

Die Baubewilligung wird demnächst erwartet. Wie geht es weiter? «Wenn die Baubewilligung erteilt ist, sitzen wir mit dem Investor zusammen und besprechen alles Weitere», sagt Andreas Eggenberger.

Patrick Manser, Inhaber der Firma Manser Group: «Sobald wir die Baubewilligung haben, beginnen wir mit der Ausführungsplanung. Ich gehe davon aus, dass wir kommenden Winter oder Frühling mit den Arbeiten beginnen.» Das mit den Visieren tut ihm leid: «Wir hätten sehr gerne schon viel früher mit Bauen begonnen; ohne Baubewilligung unmöglich.»