Ruhestand für beliebten Trainer

EISSPORT. Während 31 Jahren hat er in Widnau Junioren und Erwachsene im Eiskunstlauf, Eistanz und Synchroneislauf unterrichtet. Nun hängt Jan Pincsek seine Schlittschuhe – fast – an den Nagel und wird noch sporadisch Privatlektionen erteilen.

Maya Seiler
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Jan und Edith Pincsek-Carder (hinten, 5. und 6. von rechts) im Kreis der Widnauer Eistänzer bei der Verabschiedung am Mittwochabend. (Bild: Maya Seiler)

Jan und Edith Pincsek-Carder (hinten, 5. und 6. von rechts) im Kreis der Widnauer Eistänzer bei der Verabschiedung am Mittwochabend. (Bild: Maya Seiler)

Bereits 1979, im zweiten Jahr nach seiner Gründung, engagierte der junge Eislaufverein Mittelrheintal (EVM) den 36-jährigen Jan Pincsek als Trainer für Kunstlauf und Eistanz. Der aus der damaligen Tschechoslowakei, aus dem deutschsprachigen Pressburg (Bratislava), stammende Eistänzer war zwei Jahre zuvor als Trainer nach Lustenau gekommen.

Im EVM unterrichtete er Mädchen und Buben im Einmaleins des Eiskunstlaufens. Dazu gehörten zur damaligen Zeit nicht nur Schritte, Pirouetten und Sprünge, sondern vor allem auch die zahlreichen Pflichtfiguren, die an allen wichtigeren Wettkämpfen als erstes gezeigt werden mussten. Diese Pflichtfiguren waren der Grund gewesen, warum Jan Pincsek als junger Eisläufer im renommierten Pressburger Eislaufclub zum Eistanzen gewechselt hatte.

Hobby für viele Erwachsene

In Widnau begann er mit den erwachsenen Clubmitgliedern ebenfalls mit Eistanzen; am Montagabend für alle Trainingsniveaus und in der Freitagnacht für die Fortgeschrittenen. Dazu kam noch ein Kurs für Eislauf- und Eistanzelemente am Freitag Vormittag.

Unzähligen Erwachsenen hat Jan Pincsek mit seiner geduldigen, liebenswürdigen Art die Freude am Eistanzen als Hobby aufgezeigt.

Mit genügend Talent und Ehrgeiz konnten Eistänzerinnen und Eistänzer alle Pflichttänze erlernen und damit an auswärtigen Meetings teilnehmen. Aber auch «Leicht-Fortgeschrittene», wie er die Anfänger mit Wiener Charme nannte, fanden Spass am rhythmischen Eislaufen zu Musik. Dem beliebten Trainer ist es zu verdanken, dass bis heute eine Gruppe von 20 bis 30 Erwachsenen wöchentlich in Widnau zum Eistanzen kommt.

Viele Jahre haben die erwachsenen Eistänzer mit Pincsek am Weihnachts-Schaulaufen des EVM mitgemacht und Revue-Luft im Kleinen geschnuppert. Legendär waren auch die Eistanzlager im tschechischen Rosice im Sommer oder Ausflüge aufs Frühlingseis nach Arosa.

Parketttanz als Passion

Schon vor einigen Jahren hat Pincsek aufgehört, Kunstläufer zu trainieren.

Privat hat er sich mit seiner Frau Edith – ebenfalls eine ehemalige Eistänzerin – dem Parketttanz zugewandt, wo die beiden auf höchstem Senioren-Niveau Wettkämpfe bestreiten. Diese Passion ist sehr zeitintensiv, darum will sich Jan Pincsek nicht mehr für regelmässigen Unterricht beim EVM verpflichten.

Am Mittwoch verabschiedeten sich gut 20 Mitglieder bei einem Nachtessen vom beliebten Trainerpaar.

Als kleiner Trost blieb den Eistänzern, dass Jan Pincsek auch in Zukunft für Privatlektionen zur Verfügung steht – wenn es sein Wettkampfkalender erlaubt.

Auch die Schlittschuhe kann man weiterhin zu ihm zum Schleifen bringe. Diese Kunst beherrscht er so gut, dass unzählige Eiskunstläufer von weit her – etwa Sarah Meier – ihre Kufen nur ihm anvertrauen. Noch offen ist, wer in Zukunft das Training der Widnauer Eistänzer leiten wird.

Schaulaufen 1985: Jan Pincsek pedalte die Velo-Rikscha in der chinesischen Nummer übers Eis. (Bild: pd)

Schaulaufen 1985: Jan Pincsek pedalte die Velo-Rikscha in der chinesischen Nummer übers Eis. (Bild: pd)

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