RÜTHI: Weitere Investitionen in Hochwasserschutz

Der Gemeinderat teilt mit, dass weitere Investitionen in den Hochwasserschutz nötig sind. Bereits erstellte Dämme haben sich gesetzt, und es bestehen noch Defizite: Die projektierten und vorgesehenen Massnahmen sind auf ein 300-jähriges Hochwasser ausgelegt.

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Im Gebiet Feffet/Neue Welt soll auf einer Länge von rund 340 Metern eine bis zu 80 Zentimeter hohe Mauer entstehen. Bildmontage: pd

Im Gebiet Feffet/Neue Welt soll auf einer Länge von rund 340 Metern eine bis zu 80 Zentimeter hohe Mauer entstehen. Bildmontage: pd

In den Jahren 2006 und 2007 wurde das Projekt «Rheintaler Binnenkanal Rüthi, Hochwasserschutz und Ökologie im Einklang» realisiert. Mit der Umsetzung dieses Projektes konnten die Hochwasserschutzdefizite im Siedlungsgebiet von Rüthi verbessert werden. Seit der Realisierung dieses Projektes haben sich die Ufer zwischen dem Steg Kirchweg und der Brücke Bahnhofstrasse aufgrund der schlechten Untergrundverhältnisse gesetzt. Verschiedene Hochwasserereignisse haben gezeigt, dass noch Schwachstellen im Gebiet Feffet/Neue Welt und Riethüsli bestehen. An diesen Stellen tritt das Wasser bei extremen Hochwassersituationen über die Ufer.

Langfristige Lösung wird angestrebt

Der Gemeinderat hat in Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Rheintaler Binnenkanal-Unternehmen und dem Tiefbauamt des Kantons St. Gallen) beschlossen, für die Eliminierung dieser Schwachstellen eine langfristige Lösung anzustreben. Mit der Ausarbeitung verschiedener Varianten und letztlich für das Projekt einer Ufererhöhung wurde das Ingenieurbüro Bänziger Partner AG, Oberriet, beauftragt. Die Verhinderung des Rückstaus über die Meteorwasserleitungen wird durch die RKL Emch+Berger Ingenieurbüro AG, Rüthi, projektiert.

Die Mitarbeitenden der RKL Emch+Berger Ingenieurbüro AG können ihr Wissen als Kanalisationsverantwortliche der Gemeinde Rüthi einbringen. Die Kosten dieser Massnahmen sind nicht Bestandteil dieses Projektes. Sie werden aber mit dem Bauprojekt der Ufererhöhung koordiniert.

Das rechte Ufer liegt 25 cm unter der Sollquote

Der Untersuchungsperimeter umfasst den Rheintaler Binnenkanal in Rüthi vom Kanalfohrengraben bis zum Fussgängersteg Kirchweg. Das Gebiet ist in vier Abschnitte unterteilt, wo- von im Bereich Bahnhof- und Kanalfohrenstrasse sowie Stocken Süd durch die Grundeigentümer bereits Objektschutzmassnahmen getroffen wurden. Diese Abschnitte müssen daher nicht mehr bearbeitet werden.

Die Uferhöhen entlang der Feffetstrasse wurden überprüft. Dabei zeigte sich, dass sich die im Rahmen des Hochwasserschutzprojektes erstellten Dämme auf der rechten Seite des Binnenkanals gesetzt haben. Die Gründe dafür sind im schlechten Baugrund zu suchen. Zudem ist das ganze Gebiet aufgrund der Bodenbeschaffenheit Setzungen ausgesetzt. Mittlerweile liegt das rechte Ufer auf einer Länge von 170 Metern bis zu 25 Zentimeter unter der Sollquote.

Massnahmen: Strassen- erhöhung, Damm und Mauer

Für die Beseitigung der bestehenden Hochwasserdefizite sind folgende Massnahmen vorgesehen: Im Abschnitt Riethüsli wird die Hochwassersicherheit mit einer bis zu 30 Zentimeter um- fassenden Erhöhung der Strasse auf einer Länge von rund 80 Metern erreicht. Damit kein Wasser aus Südwesten in das bebaute Gebiet fliessen kann, wird von der angehobenen Kanalstrasse Richtung Hauptstrasse ein etwa 75 Meter langer und bis zu 70 Zentimeter hoher Damm erstellt.

Um die geforderte Hochwassersicherheit zu gewährleisten, wird das Ufer im Abschnitt Feffet/Neue Welt auf einer Länge von rund 340 Metern mit einer bis zu 80 Zentimeter hohen Mauer zwischen der Feffetstrasse und dem Ufer des Rheintaler Binnenkanals erhöht. Die Mauer wird nach System Ribbert (Beton sandgestrahlt) erstellt. Diese Betonelemente sind auf Mikropfählen fundiert.

Baukosten betragen 580000 Franken

Gemäss Kostenvoranschlag betragen die Baukosten für diese Massnahmen total 580000 Franken. Davon werden Bundessubventionen von 35 Prozent und Kantonssubventionen von 25 Prozent, das heisst, gesamthaft 348000 Franken geleistet. Der Zweckverband Rheintaler Binnenkanal-Unternehmen hat an die Restkosten von 232000 Franken eine 50-prozentige Mitbeteiligung zugesichert. Der Nettokostenbetrag für die Gemeinde Rüthi beträgt somit 116000 Franken und wurde in das Budget der Investitionsrechnung 2017 aufgenommen. Die projektierten und vorgesehenen Massnahmen sind auf ein 300-jähriges Hochwasser ausgelegt.

Böschungsunterhalt wird in Etappen durchgeführt

Der Zweckverband Rheintaler Binnenkanalunternehmen unterhält rund 35 Kilometer Gewäs- ser und Seitenbäche zwischen St. Margrethen und Sennwald. Der Böschungspflege wird seit einigen Jahren besondere Beachtung geschenkt. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen wurde ein mehrjähriges Konzept für den Abtrag der Böschungsauflandungen erstellt.

Als Bestandteil der vierten Etappe werden dieses Jahr die Arbeiten zwischen Kilometer 21.9 und 23.2 ausgeführt. Dies betrifft das linksseitige Ufer zwischen Brücke Bahnhofstrasse und Katzengraben sowie auf der gegenüberliegenden Seite zwischen Katzengraben und SAK-Werk Lienz.

Um der Natur und Tierwelt Sorge zu tragen, werden einzelne Teilstücke alternierend bearbeitet. Im kommenden Jahr, anlässlich der fünften Etappe, werden die jeweils gegenüberliegenden Seiten des Binnenkanals von überschüssigem Material befreit. Die Arbeiten dürfen jeweils zwischen 15. Juli und 31. Oktober ausgeführt werden. (gk)

Haltestelle wird verlegt

Die Aushubarbeiten für das neue Mehrfamilienhaus an der Staatsstrasse 27 sind in vollem Gang. Nun muss die Bushaltestelle Bahnhofstrasse in Fahrtrichtung Buchs temporär verlegt werden. Die provisorische Haltestelle befindet sich ab Donnerstag, 23. März, neu beim Veloständer des Restaurants British Corner. Sie wird von der RTB Rheintal Bus AG eingerichtet. Die Demontage des Wartehäuschens an der Staatsstrasse (Bild) erfolgt am Montag, 27. März. (gk)