RÜTHI: «Rathaus würde einstürzen wie ein Kartenhaus»

Im Rathaus pfeift nicht nur der Wind durch alle Ritzen, der Bau würde einem starken Erdbeben nicht Stand halten. Darum bekommt das Rathaus nicht nur eine neue Aussenhülle, sondern auch stärkere Mauern.

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Im Zuge der geplanten Sanierung soll das Rüthner Rathaus erdbebensicher gemacht werden. (Bild: Archiv/Kurt Latzer)

Im Zuge der geplanten Sanierung soll das Rüthner Rathaus erdbebensicher gemacht werden. (Bild: Archiv/Kurt Latzer)

Am Montagabend hat in der Schweiz die Erde gebebt. «Mit einer Magnitude von 4,6 auf der Richterskala», liess der nationale Erdbebendienst der ETH Zürich verlauten. Das Zentrum des Erdbebens um 21.12 Uhr habe im Kanton Schwyz, sechs Kilometer nordöstlich des Klausenpasses gelegen. Laut Erdbebendienst sei mit Nachbeben zu rechnen. Wer im Zivilschutz oder in einem Katastrophen-Führungsstab Dienst geleistet hat oder leistet, weiss: Auf der Gefahrenkarte für das St. Galler Rheintal steht Hochwasser als Gefahrenpotenzial zuoberst auf der Liste, gefolgt von Erdbeben. Etwas geschüttelt hat es das Rheintal nicht zum ersten Mal, die Beben aber haben bisher keine nennenswerten Schäden angerichtet. Ereignete sich im Rheintal ein ähnlich starkes Erdeben wie im vergangenen Jahr in Italien, würden die meisten Gebäude einstürzen oder schwer beschädigt. Auch die öffentlichen.

Philipp Scheuble, Gemeindepräsident von Rüthi: «Das Rathaus würde wie ein Kartenhaus einstürzen.» Diesen Umstand berücksichtigt der Gemeinderat bei der geplanten Sanierung des Gebäudes, das 1969 fertiggestellt, 1989 aufgestockt und letztmals saniert wurde. In einem ­eigens angefertigten Risiko-­Diagramm ist zu lesen: «Beim Rathaus ist die Einsturzwahrscheinlichkeit im Falle eines Erdbebens gross, da dem Gebäude über die ganze Höhe aussteifende Stahlbetonwände fehlen.»

Stimmen die Bürgerinnen und Bürger dem Antrag zur Rathaussanierung zu, bekommt das Rathaus an bestimmten Stellen stärkere Wand-Elemente, Stützen aus Beton. «Die erste Betonwand im Parterre steht bereits, sie wurde im Zuge der Sanierung für den Laden mit Poststelle eingebaut», sagt Philipp Scheuble.

Die Erdbebenwände kosten laut Schätzung 199000 Franken, ein relativ kleiner Betrag gemessen an den gesamten Sanierungskosten von 1,98 Mio. Franken.

Kurt Latzer

Hinweis

Die Vorversammlung der Politischen Gemeinde findet am Dientag, 21. März, im Werkhof, die ­Bürgerversammlung am Freitag, 24. März, in der MZH Bündt statt.