RÜTHI: Kirchenmusik soll aufblühen

Der Kirchenchor Rüthi hielt kürzlich im Restaurant Rüthihof seine Hauptversammlung ab, die im Zeichen von Ehrungen stand.

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Sie leiten den Rüthner Kirchenchor: (v. l.) Präsidentin Barbara Koller, Kassierin Maria Büchel, Chorleiterin Gertrud Längle, Aktuarin Elisabeth Neuhold Büchel und Christel Auer, Mitglied der Kommission. (Bild: pd)

Sie leiten den Rüthner Kirchenchor: (v. l.) Präsidentin Barbara Koller, Kassierin Maria Büchel, Chorleiterin Gertrud Längle, Aktuarin Elisabeth Neuhold Büchel und Christel Auer, Mitglied der Kommission. (Bild: pd)

Gut vorbereitet führte Präsidentin Barbara Koller durch die zehn Traktanden. Zahlreiche Ehrungen widerspiegeln das aussergewöhnliche Interesse am Chorgesang unter der Leitung von Gertrud Längle. Im Jahresbericht zog die Präsidentin Bilanz über ein stark befrachtetes Vereinsjahr. Zum Kirchenfest vom 14. Februar, zelebriert durch Bischof Markus Büchel, sang der Chor in der fast voll besetzten Kirche, verstärkt durch einige Projektsänger (unter anderem vom Rüthner Männerchor).

Gleich darauf begannen die Proben für eine speziell gestal­tete Karfreitagsliturgie. Anstelle der gelesenen Passionsgeschichte durfte der Chor erstmals die Passion von Anton Reinthaler singen. Schon fast erholsam war da die Messe in G von Christopher Tambling, die am Ostersonntagmorgen aufgeführt wurde. Nach etlichen Jahren wagte sich der Chor für Pfingsten wieder ein­-mal an die «Missa criolla» von Ariel Ramirez. Die positive Kritik nach dem Gottesdienst nahm man gerne entgegen. Der Weihnachtsgottesdienst fiel dieses Jahr mit der «Spatzenmesse» von W. A. Mozart sehr festlich aus. Das Orchester mit Streichern, Pauken und Trompeten sowie vier Vokalsolisten begleiteten den Chor.

Insgesamt trat der Chor 2016 an elf Aufführungen auf. Dabei sind zwei noch besonders erwähnenswert: Ende September war der Chor eingeladen, gemeinsam mit der Musikgesellschaft Rüthi einen Gottesdienst mit anschliessender Uniformsegnung in der Kathedrale St. Gallen zu gestalten. Nach langen Vorbereitungen führten die beiden Klangkörper Kyrie, Sanctus und Agnus Dei aus der «Missa brevis» von Jacob de Haan auf. Einen ganz anderen, ungewohnten Charakter hatte der Auftritt des Kirchenchors an der Zuzügerbegrüssung 2016 der Politischen Gemeinde. Die Hoffnung, die vorgetragenen gehörfälligen weltlichen Lieder könnten den einen oder andern zum Mitsingen im Chor animieren, ging leider nicht auf.

Es ist bemerkenswert, wie der Chor die verschiedenen Herausforderungen angeht. Dies beeindruckt auch die Dirigentin. Sie sagte: «Ich bin immer wieder überrascht, dass wir diese grosse Anzahl Auftritte pro Jahr bewältigen, und zwar mit teils anspruchsvollen Programmen und laufend neuen Liedern und Messen.» Sie bemühe sich um abwechslungsreiche Programme, die der Chor gut bewältigen könne und die dem jeweiligen Anlass entsprechen. «Es geht mir auch darum, zu zeigen, dass moderne Kirchenmusik nicht nur mit rhythmischen Liedern gleichzusetzen ist, sondern es einen reichen Fundus von neuer Musik gibt», sagte die Dirigentin. Kirchenmusik sei viel mehr als ein melodiöses Herumsäuseln. Sie solle aufwühlen, nachdenklich stimmen, anrühren. Dem Chor falle die wichtige Aufgabe zu, mit dem Singen Glaubensinhalte zu reflektieren und zu vertiefen, Raum zu schaffen für innere Ruhe. (pd)