Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

RÜTHI: Ein Paradies für Frosch, Unke und Molch

In Rüthi wurde zum Erhalt von bedrohten Amphibienarten ein neu gestaltetes Laichgebiet eröffnet. Fachleute und Schüler erläutern die getroffenen Massnahmen, die ein Überleben der gefährdeten Arten sicherstellen sollen.
In kleinen Schlammtümpeln finden die Amphibien optimale Lebensbedingungen. (Bild: Ulrike Huber)

In kleinen Schlammtümpeln finden die Amphibien optimale Lebensbedingungen. (Bild: Ulrike Huber)

Zahlreiche Rüthner waren gekommen, um der Eröffnung des Amphibienlaichgebietes beizuwohnen. Beim Kiesdepot der A. Göldi AG direkt beim Tennisplatz sind mit grossem Aufwand die Voraussetzungen geschaffen worden, dass von den vor einem Vierteljahrhundert noch an Ort und Stelle vorhandenen acht heimischen Amphibienarten wenigstens sechs ihr Überleben sichern können. Wobei vor allem der Bestand der Gelbbauchunken und der Kammmolche stark gefährdet ist, wie Gemeindepräsident Philipp Scheuble in seiner Eröffnungsrede ausführte.

Als das Konzert der Frösche noch ohrenbetäubend war

Jonas Barandun von der Ökokonzept GmbH und Roger Dietsche von Wälli Ingenieur AG erläuterten als ausführende Planer in ihren Fachvorträgen die Notwendigkeit und Umsetzung dieses aufgrund einer Bundesverordnung zu schaffenden kleinen Naturparadieses. So erinnerte Jonas Barandun an die Zeit vor fünfzig Jahren vor dem Bau der Autobahn, als das ganze Gebiet östlich von Rüthi noch aus flachen feuchten Wiesen ohne Drainage bestand und das nächtliche Konzert der Laubfrösche noch nahezu ­ohrenbetäubend war. Durch Trockenlegung und Verbauungen wurden die zahlreichen Amphibienarten dann auf ehemalige Kiesumschlagplätze mit ihren kleinen Tümpeln und Versteckmöglichkeiten zurückgedrängt. Laubfrosch und Teichmolche waren komplett verschwunden, als der Bund die Gemeinde zu Massnahmen zum Schutz der ver­bliebenen Arten verpflichtete. «Unsere Landschaft ist zu schön und zu geordnet für die Unken und Molche», erklärte Barandun in seiner Fachrede, «denn diese Tiere brauchen schlammige kleine Tümpel.» Und genau dieses optimale Umfeld wurde nun auf etwa 1,6 Hektaren der insgesamt vier Hektaren ausgewiesenen Schutzfläche geschaffen.

Magerwiesen, Tümpel und Hecken als Laichmöglichkeit

«Wir haben die Humusschicht abgetragen und etwa 9000 Kubikmeter Erdmaterial verschoben, für artenreiche Magerwiesen und Tümpel, die mit dem Grundwasserpegel ab- und anschwellen, gesorgt. Dazu wurden Hecken zur Vernetzung des ­Gebiets gepflanzt», berichtete Roger Dietsche. Die Kosten von etwa 330000 Franken wurden zu 80 Prozent vom Kanton und zu 20 Prozent von der Gemeinde getragen. Christoph Naef und seine Schüler von der Primarschule Rüthi haben Sträucher gepflanzt und nach vorkommenden Lebewesen gesucht, diese bestimmt und anlässlich der Eröffnung die Amphibien an verschiedenen Infoständen den Besuchern vorgestellt. So konnten sich die ­Interessierten über Erdkröten, Grasfrösche, Gelbwandkäfer, Kamm- und Bergmolche und Gelbbauchunken informieren.

Es wurde in Rüthi ein kleines Paradies geschaffen, in dem auf dauerhaft montierten Infotafeln über Vorkommen und Lebensweise der kleinen Tiere informiert wird. Ein kleines Paradies für Besucher. Und vor allem für die Rheintaler Amphibienarten, die nunmehr eine Chance haben, ihre Art zu erhalten.

Gerhard Huber

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.