RÜTHI: Der Möchtegern-Anführer

Die Premiere des «Schmugglerkönigs» rückt näher. Das erfahren auch die Schauspieler, die mit dabei sind. Unter ihnen Gian-Luca Hasler, der gerade wegen seines jugendlichen Alters eine wichtige Rolle spielt.

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Gian-Luca Hasler (r.) spielt einen grossen Jungen in einer Jugendbande, der gerne mehr zu sagen hätte und deshalb für Aufruhr sorgt. (Bild: FBR)

Gian-Luca Hasler (r.) spielt einen grossen Jungen in einer Jugendbande, der gerne mehr zu sagen hätte und deshalb für Aufruhr sorgt. (Bild: FBR)

Gian-Luca Hasler ist kein Schmuggler, aber er wäre gerne der Anführer der Kinderbande, die auf dem Werkhof ihr Unwesen treibt.

Hasler ist Lernender im zweiten KV-Jahr und absolviert seine Lehre im Haus Viva in Altstätten. Er ist überzeugt, dass er den richtigen Beruf gewählt hat. «Es ist gut hier mit all den Menschen den beruflichen Lebensweg zu starten», sagt Gian-Luca. Er denkt auch an andere. So hat er sich dafür eingesetzt, dass einige Bewohner des «Viva» gratis an die Generalprobe des «Schmugglerkönigs» kommen können. «Wir haben für solche Anliegen, vor allem auch wenn sie Menschen betreffen, die nicht so leicht ins Theater kommen, immer ein offenes Ohr», sagt Kuno Bont, der künstlerische Leiter der Freilichtspiele. So haben in der Vergangenheit schon Sozialhilfeempfänger, Altersheime, Gefangene und Behinderte einzelne Aufführungen der Freilichtbühne gratis miterleben können.

Wie spielt man Unzufriedenheit?

Während Gian-Luca sich im realen Leben gerne für andere einsetzt, spielt er im «Schmugglerkönig» einen Jungen, der gerne Anführer der Jugendbande werden würde. Zwar ist er in der Jugendbande, die auf dem Werkhof sozusagen zu Hause ist und allerhand Streiche spielt, der weitaus älteste, aber er hat noch immer nichts zu sagen und zu befehlen. Im Gegenteil, er muss sich nach wie vor von einem vorlauten andern Jungen oder in der Zweitbesetzung sogar von einem Mädchen herumdirigieren lassen. Das passt ihm nicht. Es kommt zum Streit. Doch wie spielt man einen unzufriedenen, rebellierenden Buben, der nie so richtig zum Zug kommt? Dafür brauchte Regisseurin Simona Specker jemanden, der bereits grosse Theatererfahrung hat – eben Gian-Luca Hasler, der schon als Kind bei der Freilichtbühne Rüthi mitspielte. Er hat letztes Jahr mit Erfolg die Ausbildung in der Theater-Company absolviert und dort im Abschlussstück auf der Irren-Station den leicht schusseligen, völlig verschrobenen und vom Temperament getriebenen Martini gespielt. In einer hervorragenden Performance, wie die Kritiken bestätigen.

Bewusst spielen, dem Rollenprofil Platz machen

«Laienschauspiel wird dann zu mehr, wenn bewusst gespielt wird und die Schauspieler sich intensiv mit den Personen, die sie spielen, auseinandersetzen, habe ich in der Theater-Company gelernt», sagt Gian-Luca Hasler. Das macht er. Jede Szene verlangt von ihm einen Ausdruck, eine entsprechende Handlung und allenfalls eine Reaktion. Das verinnerlicht Gian-Luca sich mit intensivem Rollenstudium und stetem Üben. Gerade wenn auf der Bühne gestritten wird – wie es in diesem Stück auch einmal der Fall ist – muss die eigene spontane Reaktion zurücktreten und dem einstudierten Rollenprofil des Schauspielers Platz machen, wie es im Theaterheft verlangt wird. «Die Regisseurin ist zufrieden mit mir, und nun freue ich mich auf die bald bevorstehende Premiere», sagt Hasler.