RSK mit dem Rücken zur Wand

Die Ringerstaffel Kriessern hat den ersten Finalkampf der Hutter Premium League gegen Freiamt mit 15:18 verloren. Aber die Rheintaler bewiesen Moral vor 1500 Zuschauern in Widnau.

Patrick Dietsche
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Mirco Hutter (Rot) setzte gegen Jayan Göcmen den offensiven Kriessner Schlusspunkt. (Bild: dip)

Mirco Hutter (Rot) setzte gegen Jayan Göcmen den offensiven Kriessner Schlusspunkt. (Bild: dip)

RINGEN. Die Stimmung in Widnau war gut und in zur RSK-Arena umgebauten Aegetenhalle war alles für ein Sportfest angerichtet. Doch Widnau scheint für die Kriessner kein gutes Pflaster zu sein. Auch im dritten Kampf in der RSK-Arena konnten sie nicht reüssieren.

Start wird zur Hypothek

Christoph Wittenwiler eröffnete nach der Nationalhymne den sportlichen Teil des Abends. Bis 57 kg Freistil traf er dabei auf Mathias Schwegler, und der Start gelang dem Kriessner nach Mass. Doch nach einer 8:0-Führung zollte er dem Gewichtmachen Tribut: Schwegler kam immer näher heran, doch zum Schluss raffte sich Wittenwiler nochmals auf und holte sich den Kampf mit 12:8. Philipp Hutter hatte bis 130 kg Greco gegen Roman Zurfluh alles im Griff, doch dann schaffte es Zurfluh mit einem Konter 4:0 in Front zu gehen. Hutter musste alles aus sich herausholen, um den Kampf noch zu drehen, doch unter dem Jubel des Kriessner Anhangs schaffte er die Wende zum 6:4-Sieg.

Vorentscheidendes ereignete sich dann bis 61 kg Greco. Mit Marc Dietsche und Michi Bucher trafen zwei Freistil-Spezialisten aufeinander, und dabei erwies sich Bucher als stilsicherer im Greco. Er zwang Dietsche mit einem Hüfter zu einer 2-Minuten-Brücke, kaum hatte sich Dietsche befreit, setzte Bucher nach; und diesmal gab's für Dietsche kein Entrinnen mehr – Schulterniederlage noch vor dem Pausen-Gong. Hartes Brot gab es auch für Sandro Moser bis 97 kg Freistil gegen Pascal Gurtner. Moser führte zwar die feinere Klinge, doch diese stach gegen den bärenstarken Gurtner zu wenig. Am Ende ging der Sieg an den Aargauer Schwinger. Und die Negativserie riss auch im Kampf bis 65 kg Freistil nicht ab. Manuel Wittenwiler zeigte sich gegen Randy Vock zwar angriffig, doch Vock erwies sich als ausgezeichneter Konter-Ringer. Mal für Mal liess er Wittenwiler ins Leere laufen und holte sich so Punkt um Punkt bis zum 9:0 Der Pausenstand von 5:11 liess erste Zweifel an der Kriessner Mission «Finalsieg» aufkommen.

Fünf Niederlagen in Folge

Wer auf eine Wende nach der Pause gehofft hatte, sah sich schon im ersten Kampf ernüchtert: Damian Dietsche musste bis 86 kg Greco gegen seinen Nationaltrainer Andriy Maltsev antreten. Der Ukrainer verstand es, seine 41 Jahre Routine in die Waagschale zu werfen und liess Dietsche geschickt anrennen. Am Ende entschied ein Passivitätspunkt für den Freiämter. Es war anzunehmen, dass David Hungerbühler bis 70 kg Greco gegen Olympiateilnehmer Pascal Strebel einen schweren Stand haben würde. Hungerbühler versuchte zwar alles, um gegen das Bollwerk Strebel anzukommen, doch er fand kein Durchkommen, und so war die 0:9-Niederlage die logische Folge.

Moral gezeigt

Doch die fünf Niederlagen in Serie stachelte die Moral der verbleibenden Rheintaler und ihrer Anhänger nochmals an. Als Erster setzte Mirco Moser bis 80 kg Freistil ein Zeichen. Er gab gegen Sandro Vollenweider den Ton an und schaffte nach einem kurzen Zwischentief nach der Pause noch einen deutliches 14:6. Auch Steven Graf hielt in seinem Kampf bis 74 kg Freistil gegen Nico Küng die Pace hoch und sorgte mit steten Angriffen für die notwendige Differenz zum 8:1-Punktesieg. Auch wenn die Entscheidung schon gefallen war, zeigte Mirco Hutter bis 74 kg Greco Kampfgeist und sorgte mit einem ungefährdeten 7:0-Punktesieg dafür, dass zumindest bei der Anzahl gewonnener Kämpfe mit 5:5 ein Unentschieden herausschaute.