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ROTLICHT: St.Margrether wehren sich gegen ein drittes Bordell im Wohnquartier

Ein dritter Erotikbetrieb passt nicht hier hin, findet man im St.Margrether Quartier Ruderbach. Darum wollen sich die Quartierbewohner wehren. Die Betreiberin hält dagegen: Obwohl Erotikmassagen angeboten würden, sei man kein Rotlichtbetrieb.
Kurt Latzer
Nachbarn möchten verhindern, dass das Einfamilienhaus Ruderbach 10 fürs Erotikgewerbe umgenutzt und das Quartier zum Rotlicht-Distrikt wird. Auch der benachbarte Garagenbesitzer setzt sich zur Wehr, nicht nur weil Kundschaft den Parkplatz des Betriebes benutzen würde. (Bild: Kurt Latzer)

Nachbarn möchten verhindern, dass das Einfamilienhaus Ruderbach 10 fürs Erotikgewerbe umgenutzt und das Quartier zum Rotlicht-Distrikt wird. Auch der benachbarte Garagenbesitzer setzt sich zur Wehr, nicht nur weil Kundschaft den Parkplatz des Betriebes benutzen würde. (Bild: Kurt Latzer)

Kurt Latzer

Gut acht Jahre ist es her, seit der Quartierverein Nebengraben und der St. Margrether Gemeinderat wegen eines Erotik-Betriebes abgeblitzt sind. Der Gemeinderat war trotz dieses Entscheids der Meinung, so ein Betrieb passe nicht in dieses Gebiet. Wie der Besitzer des Etablissements, Ricardo Hagspiel, damals sagte, handle es sich um ein Laufhaus, die moderne Variante eines Bordells. Ein paar Meter weiter steht ein weiterer Erotik-Betrieb, vis-à-vis des kleinen Bahnhofs der Rheineck – Walzenhausen-Bahn.

Genug Rotlicht-Betriebe im Quartier

Nachdem einigermassen Ruhe eingekehrt war, gibt ein weiteres vermeintliches Erotik-Etablissement zu reden, zu schreiben und zu verhandeln. Denn anstelle einer Familie soll nun ein Massagesalon einziehen. «Genug ist genug», sagt Bruno Nägele, Betreiber der angrenzenden Alfa-Romeo-Garage, «wir dulden keinen weiteren Puff.» Die Zufahrt zum Haus Ruderbach 10 führt über das Grundstück der Autogarage. «Die Zufahrt gilt für ein nor­- mal bewohntes Einfamilienhaus, nicht aber für ein Erotik-Gewerbe», sagt Nägele. Und genau um so eines handele es sich beim Massagestudio.

Gemeindepräsident hat Verständnis für Anwohner

Auf der Gemeindeverwaltung St. Margrethen kennt man das Bau- respektive Umnutzungsgesuch. «Der Gemeinderat hat das Ganze noch nicht behandelt, das Baugesuch lag auf. Es hat Einsprachen gegeben, die wir nun behandeln», sagt Reto Friedauer, Gemeindepräsident von St. Margrethen. Solange das Verfahren offen ist, wolle er sich zu dem Thema nicht weiter äussern. Allerdings habe er Verständnis, dass diese Umnutzung nicht überall begrüsst wird. Die Einspracheverhandlung finde demnächst statt. Nach der Meinung von Anwohnern führt die Um­nutzung zum Erotik-Betrieb zu Mehrverkehr, Lärm und ideellen Immissionen. «Ein Bordell direkt vor unserer Haustür löst bei uns und den umliegenden Nachbarn Unbehagen und das Gefühl von Unsicherheit aus», sagt Bruno Nägele.

Klassische Thai- bis Erotikmassage

Der Garagist fürchtet auch um den Ruf seiner Firma. Vor allem dann, wenn Freier ihre Autos auf dem Gelände der Garage abstellen oder gar vor Ort im Auto zugange sind. «Wir können unseren Parkplatz nicht sperren, da Werkstattkunden ihre Fahrzeuge oft nach 18 Uhr bei uns abstellen», sagt Bruno Nägele.

Abschleppdienste müssten auch während der Nachtstunden havarierte Autos auf dem Garagengelände abladen können. Und eine permanente Videoüberwachung der Parkplätze sei kaum realisierbar. Eigentümer des Hau- ses Ruderbach 10 ist Nitipat Anu­sornrudchada, Betreiber eines Thai-Restaurants in Chur. Seine Partnerin Phatmanee Sangkhapoom bestätigt, im Haus in St. Margrethen sei ein Massagesalon geplant. Seit über einem Jahr. «Neben klassischer Thai-Massage bieten wir auch Erotikmassagen an, aber sind kein Rotlicht-Betrieb», sagt Phatmanee Sangkhapoom.

Kaum Einfluss auf Ruhestörung

Auch auf die Nachbarn wolle man besonders Rücksicht nehmen und der Kundschaft klar machen, dass das Parkieren auf dem Gelände der Racing-Garage verboten ist. Wo die Klientel des Massagestudios parkieren soll, ist Bruno Nägele schleierhaft. Direkt beim Haus Ruderbach 10 jedenfalls hätten nur ein bis zwei Autos Platz. Nachbarn des geplanten Studios sorgen sich zudem um ihren Schlaf. Das nächtliche Ein- und Ausfahren, das Türenschlagen und die Wendemanöver störten die Nachtruhe.

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