Roma-Zeltlager geräumt

Die Stadt Dornbirn hat die wilden Roma-Zeltlager entlang der Dornbirner Ach räumen lassen.

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DORNBIRN. Seit Monaten hausten die 200 Roma in illegalen Camps, bettelten an Haustüren und in den Vorarlberger Innenstädten. Die Behörden wussten keinen Ausweg. Vergangenen Mittwoch warnten sie die Roma vor.

Am Montag machten sie dann ernst: Mitarbeiter des Dornbirner Werkhofs und Sozialarbeiter räumten, begleitet von der Polizei, die Roma-Zeltlager entlang der Dornbirner Ach.

Bei einer Begehung am Samstag wurden rund 60 Zelte gezählt. Im Umfeld der Lager war das Naherholungsgebiet Achauen in einem katastrophalen Zustand: Abfall, Essensreste und Exkremente fanden sich auf dem Boden und im Bachbett verstreut, wie die «Vorarlberger Nachrichten» berichteten.

«Menschenunwürdig»

«Was wir nicht akzeptieren können, sind Gesetzesübertretungen und die menschenunwürdige Unterkunft in Zeltlagern in unseren Naherholungsgebieten», begründete die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann das Vorgehen in einem Communiqué. «Unsere Gesellschaft darf nicht zusehen, wenn Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche ohne die grundlegendsten sanitären und hygienischen Einrichtungen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in Zelten schlafen und während des Tages auf der Strasse sind.»

Roma-Familien polarisierten

In Vorarlberg hatten die Roma-Familien polarisiert. Die Stadt Dornbirn konnte die rumänischen Roma nicht wegweisen, weil sie EU-Bürger sind und sich damit legal in Vorarlberg aufhielten. Seit einem Entscheid des Europäischen Gerichtshofs ist Betteln erlaubt. Insgesamt hätten inzwischen 43 Personen das Angebot der Stadt angenommen, die ihnen die Heimreise nach Rumänien bezahlt, teilte der Pressesprecher der Stadt Dornbirn gestern mit. Andere hätten in bereitgestellten Notunterkünften übernachtet. Nun würden die Achauen laufend kontrolliert, um weitere Zeltlager zu unterbinden. (cz)