Rolf Huber ist gewählt

Mit einer Zweidrittelmehrheit überraschend deutlich gewinnt Rolf Huber die Wahl zum Gemeindepräsidenten. «Ich bin ganz überwältigt», so der Wahlsieger.

Andrea Plüss
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Der strahlende Sieger Rolf Huber (Mitte) bei der Wahlfeier. Es gratulierten (v. l.) die Gemeindepräsidenten Andreas Eggenberger (Rebstein), René Zünd (Marbach), der noch amtierende Walter Hess (Oberriet) sowie Thomas Ammann (Rüthi). (Bild: Andrea Plüss)

Der strahlende Sieger Rolf Huber (Mitte) bei der Wahlfeier. Es gratulierten (v. l.) die Gemeindepräsidenten Andreas Eggenberger (Rebstein), René Zünd (Marbach), der noch amtierende Walter Hess (Oberriet) sowie Thomas Ammann (Rüthi). (Bild: Andrea Plüss)

OBERRIEt. Nur wenige scheinen überhaupt mit einer Entscheidung im ersten Wahlgang gerechnet zu haben. Auch nicht der amtierende Gemeindepräsident Walter Hess: «Die Überraschung ist gross», so Hess anlässlich der Wahlfeier in Oberriet am gestrigen Nachmittag. Nach allem, was zu hören gewesen sei, habe man davon ausgehen können, dass Rolf Huber die meisten Stimmen bekomme, aber nicht unbedingt das absolute Mehr.

Der Wahlsieger, gegenwärtig noch Gemeindepräsident in Nesslau-Krummenau, bekundete «eine riesige Freude». Und weiter: «Ich habe an ein gutes Ergebnis geglaubt, aber nicht an einen Sieg heute.» Huber dankte allen für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Im Wahlkampf habe ein angenehmes Klima geherrscht – es sei keine dreckige Wäsche gewaschen worden. Den unterlegenen Mitbewerbern überreichte Huber als «Versüssung» Kägi Fret aus dem Toggenburg.

Er freue sich auf die neuen Herausforderungen in Oberriet, bei denen es aber auch darum gehe, «das Wünschbare vom Machbaren zu trennen». Zwölf Flaschen Wein überreichte Walter Hess seinem designierten Nachfolger im Amt mit den Worten: «Da kannst du jede Woche eine Flasche trinken bis zum Amtsantritt.» Mit vier Kandidaten habe wirklich eine demokratische Auswahl bestanden, und es sei «eine Ehre», Kandidat zu sein.

Die unterlegenen Mitbewerber dürften «mit geradem Rücken und erhobenem Kopf» durch die Gemeinde laufen, stellte Walter Hess klar. «Es gibt Schlimmeres», kommentierte Bruno Zoller, offizieller CVP-Kandidat, das Wahlergebnis. «Rolf Huber war der Topfavorit, aber ich hatte mehr Stimmen erwartet und mit einem zweiten Wahlgang gerechnet.» Er werde trotzdem gute Erfahrungen mitnehmen aus Oberriet, so Zoller.

Markus Probst, der im Vorfeld der Nominierung aus Protest die CVP verlassen hatte und als Parteiloser angetreten war, meinte zu seinen 97 Stimmen: «Das ist deftig, das braucht keine weitere Analyse mehr.» CVP-Kantonsrat Max Lüchinger, der ohne Unterstützung seiner Partei kandidiert hatte, gab an, er habe das Resultat «nicht in der Deutlichkeit erwartet». Die Bevölkerung habe entschieden – überraschend schon im ersten Wahlgang.