Roland Frei spürt Spuren nach

In seinem zweiten Buch stellt Roland Frei, Ehrenpräsident der Plaston-Gruppe, die Mitarbeitenden ins Zentrum.

Gert Bruderer
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Lernende mit Pipilotti Rist: Durch Architekt Carlos Martinez (ganz rechts) hatte die Firma Plaston 2014 den Auftrag erhalten, für die bekannte Künstlerin eine Kugel zu entwickeln. Es war eine von vielen besonderen Aufgaben, die Roland Frei (2. v. r.) besonders freuten.

Lernende mit Pipilotti Rist: Durch Architekt Carlos Martinez (ganz rechts) hatte die Firma Plaston 2014 den Auftrag erhalten, für die bekannte Künstlerin eine Kugel zu entwickeln. Es war eine von vielen besonderen Aufgaben, die Roland Frei (2. v. r.) besonders freuten.

Bild: PD

 Mit dem 95-seitigen Werk habe er darzustellen versucht, wie entscheidend die Unternehmenskultur für den wirtschaftlichen Erfolg sei, sagt der Ehrenpräsident der Plaston-Gruppe. Schon sein Vater hatte als Gründer des Unternehmens gemeint: «Wenn wir Gewerkschaften brauchen, die das Wohl der Arbeiter schützen, dann machen wir als Unternehmer etwas falsch.» Viele «Plastönler» im Buch abgebildet Dem Vater war das erste Buch gewidmet – es geht darin um Meilensteine aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Das zweite Buch («Den Spuren auf der Spur») schildert die Entwicklung des Unternehmens in den ersten 50 Jahren sehr gerafft, denn im Mittelpunkt steht nun der Mensch.

Wer je bei Plaston gearbeitet hat oder noch tätig ist, hat eine gute Chance, sich im Buch wiederzufinden. Roland Frei versteht sein Werk denn auch als Dank an alle, die sich je fürs Unternehmen eingesetzt haben oder noch einsetzen werden. Das Werk richtet den Blick somit auf Anlässe mit Pensionierten oder auf ehemalige Plaston-Lernende, die in ihrer Lehrzeit einen Hang in Gadmen säuberten, nachdem dort eine Lawine zu Tal gestürzt war. Erinnert wird an Feste wie jenes im tschechischen Šluknov, das Plaston-Mitarbeiter organisiert hatten, weil das Unternehmen der Gemeinde einen Wald-Lehrpfad sponserte. Mit Pipilotti Rist war sogar eine bekannte Künstlerin bei Plaston zu Gast; unter Einbezug der Lernenden hatte Plaston den Auftrag, für einen vielfarbigen Perlenvorhang nach Pipilotti Rists Vorgabe eine Kugel zu entwickeln.

Es gab einen sozialen Berghilfe-Einsatz im Kanton Wallis (2015), eine Kunstwoche mit Peter Federer und Jürg Jenny (2016) und viele weitere An- lässe ausserhalb des Geschäftsalltags. Mit der Krise kann sich einiges verändern Das Buch bringt auch zum Ausdruck, wie Höhen und Tiefen sich abwechseln können. Immer wieder waren schwere Zeiten zu überstehen wie die Immobilienkrise in den USA, die Bankenkrise in Europa oder der Frankenschock. War man wieder auf Kurs, «kam der nächste Hammer», sagt Roland Frei. Wohl auch diese Erfahrung liess ihn die Vorstellung fürchten, es könnte der Firma zu gut gehen. Entsprechend forderte Plaston sich laufend selbst, was in dem Buch in diesem Satz zum Ausdruck kommt:

«Spuren hinterlassen jene Unternehmen, deren Strategie auch auf die Bewältigung von Wirtschaftskrisen ausgerichtet ist.»

Dass zudem «jene Unternehmen Spuren hinterlassen, die Krisen als Chance sehen», ist eine Haltung, der gerade jetzt wieder Bedeutung zukommt. Gewiss verändere sich auch mit der Coronakrise das eine oder andere, meint Roland Frei und nennt als Beispiel die Arbeit im Homeoffice. Das Arbeiten zu Hause bedeute eine Verringerung der Verkehrsmenge und der Umweltbelastung, setze aber Vertrauen und Verlässlichkeit voraus. – Werte, die Roland Frei neben vielen anderen für unerlässlich hält.