Rohstoffe bleiben attraktiv

Börse

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Die Ölpreise haben zuletzt wieder deutlich schwächer notiert als noch zu Beginn des Jahres, als die Ende 2016 erzielte Einigung zwischen der OPEC und weiteren Förderstaaten über eine Förderbremse nachwirkte.

Ein Fass der für Europa massgeblichen Nordsee-Sorte Brent kostete zeitweilig wieder nur geringfügig mehr als 50 US-Dollar, während das amerikanische WTI sogar deutlich unter die 50-Dollar-Marke fiel. Auch wenn die erfahrungsgemäss ziemlich wackelige Disziplin der OPEC-Staaten und vor allem die wieder Morgenluft witternde US-Fracking-Industrie das Erholungspotenzial der Ölpreise doch deutlich limitieren dürfte, scheint das jüngste Schwächeln der Ölpreise eher nicht auf fundamentale Veränderungen am physischen Ölmarkt zurückzuführen sein.

Denn gerade die amerikanischen Fracker sind schon seit geraumer Zeit dabei, ihre Produktionsaktivität wieder hochzufahren, sodass kein unmittelbarer Auslöser auszumachen ist.

Der Ölpreis sollte nach unten gut abgesichert sein

Wahrscheinlicher ist es hingegen, dass am Markt mittlerweile eine gewisse Ungeduld vorherrscht hinsichtlich konkreten und nachhaltig andauernden Auswirkungen des erzielten Förder-Deals. Aus diesem Grund vermögen bereits materiell relativ unbedeutende Neuigkeiten wie steigende Lagerdaten oder die wieder etwas konfrontative Rhetorik des saudischen Ölministers zu nervösen Reaktionen führen. Solange die beschlossene Förderbegrenzung jedoch im Grossen und Ganzen eingehalten wird, sollte der Ölpreis nach unten jedoch gut abgesichert bleiben.

Nicht zuletzt dürften für die Ölnotierungen auch die weiter aufgehellten Konjunkturaussichten unterstützend wirken, die auch für die übrigen Rohstoffe Aufwärtspotenzial bieten. Denn als prozyklische Anlageklasse dürften die Preisniveaus von der mit dem wirtschaftlichen Aufschwung einhergehenden steigenden Nachfrage nach Rohstoffen profitieren. Und schliesslich sind Rohstoffanlagen ein Engagement in reale Vermögenswerte, die in Zeiten tendenziell steigender Preise zu einem gewissen Grad als Inflationsschutz dienen.

Der Rohstoffsektor könnte Rückenwind erfahren

Da wir für dieses Jahr besonders für die USA, aber auch für die Eurozone oder für Japan von steigenden Inflationsraten ausgehen, sollten daher die Rohstoffnotierungen auch von der Preisseite weiterhin Rückenwind erhalten, weshalb es für den ausgewogenen Anleger angezeigt ist, über ein breit diversifiziertes Rohstoff-Engagement in seinem Portfolio zu verfügen.