Ringer trainieren international

Im Rheintaler Ringsport geht man neue Wege. Seit August wird überregional trainiert. Im vierten Open-Training im Ringerzentrum in Kriessern waren 40 Ringer dabei. Sie können mit unbekannten Partnern wettkampfmässig üben.

Mäx Hasler
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Initiator Friedrich Eggenberger weiss, dass wechselnde Trainingspartner wichtig sind.

Initiator Friedrich Eggenberger weiss, dass wechselnde Trainingspartner wichtig sind.

RINGEN. Im Ringerzentrum in Kriessern war am Dienstagabend Hochbetrieb. Rund 40 Ringer aus der Region, das heisst aus Kriessern, Oberriet, Grabs, Götzis und Klaus trainierten zum vierten Mal gemeinsam. Sogar einige Aktive der Ringerriege TV Weinfelden waren dabei.

Idee vom Stützpunkt-Trainer

Die Idee, ein Open-Training einzuführen, hatte Friedrich Eggenberger, der sich vom aktiven Wettkampfsport zurückgezogen hat und nun als Stützpunkt-Trainer amtet. Eggenberger hat mit dieser Art von Training ins Schwarze getroffen, denn das überregionale Trainieren findet von Mal zu Mal mehr Anklang.

Zum ersten Training im August seien etwa 20 Aktive gekommen, beim dritten Training im Oktober in Götzis waren es 30 Ringer und beim vierten und für dieses Jahr letzten Open-Training haben bereits 40 Aktive mitgemacht. Darunter auch einige Ringerinnen, die sich hinter dem starken Geschlecht nicht zu verstecken brauchten.

Neuer Weg

Für Friedrich Eggenberger war es eigentlich naheliegend, den Aktiven die Möglichkeit eines überregionalen Trainings zu bieten. «Ich habe während meiner Aktivzeit auf eigene Initiative überregional trainiert. Meistens in Götzis. Ich habe davon sehr profitiert. Ich bin überzeugt davon, dass die Athleten auch von diesem Open-Training profitieren werden.»

Unter den 40 Ringern, die momentan im Training sind, hat es laut Eggenberger Top-Athleten, die sich auf internationalem Parkett bewegen. «Um auf diesem Niveau mithalten zu können, braucht es optimale Trainingsmöglichkeiten. Mit diesem Open-Training versuche ich ihnen eine solche Möglichkeit zu bieten.»

Nachdem die ersten vier Kampftrainings so gut bei den Beteiligten angekommen sind, will Eggenberger diese im nächsten Jahr wieder anbieten.

Gegenseitiges Profitieren

Davon, dass sich diese Trainings, bei denen die Beteiligten in jeder Hinsicht voneinander profitieren, auf die Resultate niederschlagen, ist auch der Technische Leiter Hugo Dietsche überzeugt, der das Training mit Argusaugen beobachtete. Dietsche, der vor 27 Jahren in Los Angeles Olympia-Bronze geholt hat, hätte nichts dagegen, wenn er gelegentlich einen Nachfolger bekäme.

Gelegenheit, sich für die Olympiade in London zu qualifizieren, bekommen die Athleten an drei Quotenturnieren Ende April / Anfang Mai 2012. Bis dann, hoffen die Verantwortlichen, macht sich das Open-Training bemerkbar.

Auf hohem Niveau

Diese überregionalen Trainings stiessen sowohl bei den Aktiven, als auch bei den Trainern und Präsidenten der beteiligten Vereine auf offene Ohren. Aufmerksamer Zuschauer im Ringerzentrum Kriessern, wo das Training von RS-Kriessern-Cheftrainer Pal Lubszki geleitet wurde, war unter anderen auch Präsident Paul Dietsche.

Gute Infrastruktur

«Ich finde es super, was Friedli Eggenberger auf die Beine gestellt hat. In der Region Rheintal – Bodensee hat es ein gehöriges Potenzial an guten Ringern. Für die gegenseitige Entwicklung der Spitzenleute der einzelnen Clubs ist es ideal, wenn man diese zusammenbringt, damit sie auf hohem Niveau zusammen wettkampfmässig trainieren können. Diese Trainings sind auch für die Frauen interessant.» Stolz weist Dietsche darauf hin, dass das Ringerzentrum Kriessern landesweit eine der besten Infrastrukturen biete für solche Trainings. Kriessern sei die einzige Ringerhalle in der Schweiz mit drei Matten.

Diese Infrastruktur wurde von den Athleten voll ausgenutzt. Schon das Aufwärmen hatte es in sich. Dann wurde auf den Matten gerungen, geschwitzt und geschnauft was das Zeug hielt. Dazwischen immer wieder Anweisungen und Aufmunterungen von Pal Lubszki.

Im Open-Training wird wettkampfmässig trainiert. Vorteile sind, dass man gegen Gegner in gleichen Gewichtsklassen kämpfen kann und dass dabei Ringer zur Verfügung stehen, die man nicht so gut kennt, wie die Vereinsmitglieder: Dabei kann Frau durchaus auch Mann in Bedrängnis bringen. (Bilder: Mäx Hasler)

Im Open-Training wird wettkampfmässig trainiert. Vorteile sind, dass man gegen Gegner in gleichen Gewichtsklassen kämpfen kann und dass dabei Ringer zur Verfügung stehen, die man nicht so gut kennt, wie die Vereinsmitglieder: Dabei kann Frau durchaus auch Mann in Bedrängnis bringen. (Bilder: Mäx Hasler)