RINGER: Kriessern kämpft um den Titel

Die Ringerstaffel Kriessern hat nach dem deutlichen Sieg im Halbfinal-Hinkampf (11:22) auch den Rückkampf in Willisau für sich entscheiden können (21:17). Die Entscheidung fiel im letzten Kampf. Nun stehen die Kriessner ab nächstem Samstag im Final gegen Hergiswil.

Patrick Dietsche
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Steven Graf (rot) schraubt sich zum Überlegenheitssieg gegen Kilian Aregger. (Bild: dip)

Steven Graf (rot) schraubt sich zum Überlegenheitssieg gegen Kilian Aregger. (Bild: dip)

Der zweite Kampf um den Finaleinzug zwischen Gastgeber Kriessern und Willisau war an Spannung kaum zu überbieten. Mit dem letzten Kampf entschieden die Kriessner die Begegnung mit 21:17 für sich und kämpfen damit ab nächstem Samstag um den Schweizer Meistertitel.

Dem erwartungsfrohen Publikum in der vollen Kriessner Mehrzweckhalle wurde an diesem Abend toller Ringsport von zwei Teams geboten, die beide nahe an ihr Leistungsmaximum herankamen. Die Gäste aus der Innerschweiz gaben sich trotz klarer Ausgangslage keineswegs geschlagen und trugen damit das Ihre zu einem spektakulären Sportevent bei.

Gabor Molnar machte bis 57 kg Greco gegen Nachwuchsmann Roger Kunz den Auftakt und wer den Ungarn vor Wochenfrist eine Gewichtsklasse höher gesehen hatte, runzelte ob der Aufstellung von Coach Hugo Dietsche die Stirn. Molnar führte zwar wieder die technisch feinere Klinge, doch es gelang ihm nicht, seine unbestrittene Klasse an den Mann zu bringen. Zu offensichtlich war der Substanzverlust nach dem Abkochen und so war man am Ende froh, dass der Kriessner das 14:10 über die Zeit retten konnte. Jürg Hutter hielt den Kampf bis 130 kg Freistil gegen Stefan Reichmuth lange offen. Die beiden Freistilspezialisten neutralisierten sich weitgehend, doch am Ende schaffte es Reichmuth, das Abwehrbollwerk Hutters einige Male zu durchbrechen. Mit dem 0:6 hielt sich der Schaden für Hutter aber in Grenzen. Man erwartete zwischen Urs Wild und Timon Zeder bis 61 kg Freistil einen harten Fight mit knappem Ausgang, doch es kam anders. Wild erwischte Zeder kurz nach Anpfiff mit dem ersten Angriff ideal und legte den Willisauer gnadenlos auf den Rücken. Die Halle tobte ein erstes Mal.

Zwei Kämpfe, zwei Niederlagen. Dies die bisher wenig erfreuliche Saisonbilanz von Philipp Hutter bis 97 kg Greco gegen Samuel Scherrer. Doch diesmal zermürbte Hutter den Gegner mit konsequentem Vorwärtsdrang, der am Ende mit einem verdienten 6:2-Punktesieg belohnt wurde. Weiterhin hinter seinen Möglichkeiten kämpft in dieser Saison David Hungerbühler. Ihm gelang bis 65 kg Greco gegen Roger Heiniger wenig und so verwunderte es nicht, dass er mit einem 2:10 von der Matte musste.

Steven Graf sichert den Kriessner Sieg

Chancenlos blieb nach der Pause Tobias Betschart bis 86 kg Freistil gegen Marco Riesen. Riesen war sowohl technisch als auch physisch klar überlegen und holte sich einen 15:0-Überlegenheitssieg. Die kurze Negativserie der Kriessner riss auch mit dem Kampf zwischen Marc Dietsche und Tobias Portmann bis 70 kg Freistil nicht ab. Dietsche tat sich mit den physischen Vorteilen von Portmann schwer und kassierte mit 1:8 seine erste Saisonniederlage. Damit waren die drei letzten Kriessner gefordert, denn ihr Team lag 10:15 hinten. Damian Dietsche gab bis 80 kg Greco gegen Andreas Reichmuth von Beginn weg den Ton an und er drängte seinen Kontrahenten mit seinem Vorwärtsdrang stetig in die Defensive. Dietsches immenser Aufwand wurde schliesslich mit einem umjubelten 8:2-Sieg belohnt. Bis 74 kg Greco ging dann zwischen Fabio Dietsche und Sven Hirschi so richtig die Post ab. Dietsche geriet zu Beginn wie schon vor Wochenfrist unter Druck, doch dann gelangen ihm nicht weniger als drei Schleuderwürfe zu einem klaren 17:2-Überlegenheitssieg, der vom begeisterten Anhang frenetisch gefeiert wurde. Damit glichen die Kriessner die Begegnung vor dem letzten Kampf bis 74 kg Freistil zwischen Steven Graf und Kilian Aregger zum 17:17 aus. Graf machte dann allerdings schnell klar, auf welche Seite das Siegerpendel ausschlagen würde. Er nutzte seine technische Überlegenheit zu einem 15:0-Sieg.

Damit können die Kriessner Fans die Plätze im Fan-Car reservieren, der sie zum ersten Finalkampf nach Hergiswil bringen wird. Die Nidwaldner setzten sich im Halbfinal mit zwei knappen Siegen gegen Freiamt durch. In der Meisterschafts-Hauptrunde gewann Kriessern sowohl den Hin- als auch den Rückkampf gegen Hergiswil deutlich und dürfte als Favorit in den Ring steigen.

Premium League, Halbfinal Rückkampf

Kriessern – Willisau 21:17

57 kg Greco: Molnar – Kunz 2:1, 61 kg Freistil: Wild – Zeder 4:0, 65G: Hungerbühler – Heiniger 1:3, 70F: M. Dietsche – Portmann 1:3, 74G: F. Dietsche – Hischi 4:1, 74F: Graf – Aregger 4:0, 80G: D. Dietsche – A. Reichmuth 3:1, 86F: Betschart – Riesen 0:4, 97G: P. Hutter – Scherrer 2:1, 130F: J. Hutter – S. Reichmuth 0:3.