RINGEN: WM-Träume geplatzt: Kriessner Ringer in Tampere früh out

Am vergangenen Wochenende wurde im finnischen Tampere die Junioren-WM der Greco-Ringer ausgetragen. Die drei Schweizer Vertreter, zwei davon von der RS Kriessern, mussten ohne Erfolg heimreisen. Fabio Dietsche und Ramon Betschart schieden früh aus.

Drucken
Teilen
Durch einen Schulterschwung brachte sich Ramon Betschart gegen Tatsuya Fujii erst in Führung, ehe er in der zweiten Hälfte das Konzept und später auch den Kampf verlor. (Bild: Gerhard Remus)

Durch einen Schulterschwung brachte sich Ramon Betschart gegen Tatsuya Fujii erst in Führung, ehe er in der zweiten Hälfte das Konzept und später auch den Kampf verlor. (Bild: Gerhard Remus)

Es war das «Greco-Wochenende» bei den Junioren-Weltmeisterschaften. Für die drei Schweizer Athleten verlief es nicht nach Wunsch: Sie mussten nach drei Kämpfen ohne Sieg schon früh die Heimreise antreten. Dabei war die Vorbereitung für die beiden RSK-Ringer Fabio Dietsche und Ramon Betschart sowie Damian von Euw aus Brunnen eigentlich erfolgreich verlaufen.

Doch der Wettkampf, die Weltmeisterschaft, stellte sie vor Herausforderungen, denen sie sich im «Ringeralltag» in der Schweiz kaum je stellen müssen. Die Anforderungen sind deutlich höher und umfassen alle Teile des Ringens, vom Angriffsverhalten bis zur erfolgreichen Abwehr.

Fabio Dietsche startete in der Kategorie bis 74 kg mit einer Niederlage gegen den Österreicher Christoph Burger. Der Rheintaler fand kein Mittel, entscheidende Attacken einzuleiten, um selbst zu punkten. Er unterlag seinem Widersacher deutlich mit 4:0.

Ramon Betschart verliert nach starkem Start

Eine Gewichtsklasse höher ging Ramon Betschart an den Start. Gegen den Japaner Tatsuya Fujii legte er mit beherzten, konzen­trierten Angriffen los. Einer kam durch einen Schulterschwung zustande. In der Mitte des zweiten Durchgangs verliess Betschart aber seine taktische Grundeinstellung. Daraus resultierte ein Take-Down mit zwei Zählern für den Asiaten, der Kriessner fiel völlig aus dem Konzept.

Kurz vor Ende fiel dann die Entscheidung: Ramon Betschart kippte durch die gefährliche Lage und überliess dem Japaner weitere zwei Zähler. Der Athlet aus dem Land der aufgehenden Sonne gewann den Kampf.

Die Schweizer Betreuer forderten zur möglichen Ergebniskorrektur eine Challenge. Doch der Videobeweis zeigte: Die entscheidende Wertung fiel zwei Sekunden vor dem Schlussgong.

Ähnlich wie Betschart erging es Damian von Euw. In der Pausen nahm er im Kampf gegen den US-Amerikaner Hancock die Spannung heraus. Dieser konterte erfolgreich und gewann so durch technische Überlegenheit.

So gibt es bei dieser WM keinen einzigen Sieg für die Schweizer. Die Bilanz der beiden Freistil- und der drei Greco-Ringer ist negativ, insgesamt beträgt sie 10 zu 34 Punkte. Das zeigt, dass der Schweizer Nachwuchs im internationalen Vergleich derzeit wenig konkurrenzfähig ist. Für langfristige Ziele wie etwa Olympia ist das kein gutes Zeichen.

Gerhard Remus, Tampere