Riettrattrhode und Holzrhode fusionieren

ALTSTÄTTEN. Bis ins Jahr 2013 soll die Holzrhode Stadt und Vorstadt in die Riettrattrhode Stadt und Vorstadt inkorporiert werden. Die entsprechenden Verträge werden den Rhodsgenossen am 11. März im Sonnensaal vorgelegt.

Max Pflüger
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Die Rhodmeister Arnold Haltiner (links) und Fredy Ritter legen ihren Stimmberechtigten am 11. März den Inkorporationsvertrag vor. (Bild: Max Pflüger)

Die Rhodmeister Arnold Haltiner (links) und Fredy Ritter legen ihren Stimmberechtigten am 11. März den Inkorporationsvertrag vor. (Bild: Max Pflüger)

Altstätten. Unter Leitung der beiden Rhodmeister Arnold Haltiner, Riettrattrhode, und Fredy Ritter, Holzrhode, wurde der Zusammenschluss der beiden deckungsgleichen Rhoden vorbereitet. Der Bürgerversammlung der Holzrhode wird der Inkorporationsvertrag im März zur Abstimmung vorgelegt, für die Bürger der Riettrattrhode wird er dem fakultativen Referendum unterstellt.

Ebenfalls noch diesen Frühling wird die neue Gemeindeordnung, die Regelung der Finanzbefugnisse und das Geschäftsreglement dem Kanton zur Vorprüfung unterbreitet. Im März 2012 soll die Gemeindeordnung der Bürgerversammlung der neuen Rhode Stadt und Vorstadt Altstätten zur Genehmigung vorgelegt und der neue Verwaltungsrat gewählt werden. Ab 1. Januar 2013 wird die Rhode ihre Tätigkeit aufnehmen.

Ein Sonderfall

Die Altstätter Rhoden sind einzigartig, ein Sonderfall. «Die Verwaltung der Gemeindegüter war offenbar schon im ausgehenden Mittelalter teilweise dezentralisiert und bis zu einem bestimmten Mass den Rhoden übertragen», schreibt der Historiker Werner Kuster in der «Geschichte von Stadt und Gemeinde Altstätten». Hier liest man auch, dass die Aufteilung der Holzrechte in die Holzrhoden und die Aufteilung der Weiderechte in die Trattrhoden schon früh zu diskutieren gab. Abgrenzungen, Besitz und Pflichten der Rhoden waren seit dem späten Mittelalter und bis ins vergangene Jahrhundert wenig klar umschrieben, häufig Streitpunkt und immer wieder dem Wandel unterworfen. Um 1850 verwalteten 18 Rhoden den Gemeinbesitz: Zwei in Altstätten, zwei in Lüchingen, fünf am Kornberg, vier am Gätzi- und Warmesberg, drei in Hinterforst, Hub und Kobelwies sowie zwei in Lienz. Die Konzentration begann bereits früh, und Ende des 20. Jahrhunderts gab es nur noch neun Rhoden, je eine in Lüchingen, am Gätzi- und Warmesberg, in Hinterforst und in Lienz. Zwei Rhoden blieben in Altstätten, die Holzrhode und die Riettrattrhode Stadt und Vorstadt sowie drei am Kornberg, die Holzrhode und die Trattrhode Kornberg und die Trattrhode Vierhöfe.

Neu: Rhode Stadt und Vorstadt

Die Riettrattrhode besitzt rund 200 Hektaren Pachtland, das der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt wird. Dazu kommen rund acht Hektaren Pflanzgärten, die als Schrebergärten an Kleinpächter vergeben sind. Die Holzrhode besitzt etwas über 130 Hektaren Wald sowie die rund 13 Hektaren grosse Alp Chlosmern. Rhodsgenossen sind in beiden Rhoden die gleichen rund 1800 stimmberechtigten Altstätter Bürgerinnen und Bürger, die im seit 1992 deckungsgleichen Rhodsgebiet wohnhaft sind. Vor 1992 war die Holzrhode eine Geschlechterrhode mit 26 Familiengeschlechtern.

Zwei Rhoden für genau die gleichen Rhodsgenossen, zwei Verwaltungen, in einer Zeit, in der geeignete Mandatsträger immer schwieriger zu finden sind, zwei Versammlungen, zwei Einladungen, zwei Archive: Ziel der Inkorporation ist es, die Strukturen zu vereinfachen und Einsparungen zu realisieren. Ausserdem geben neue Vorschriften des Kantons Anlass, die Kräfte zu bündeln und die Rhoden zusammenzuführen, wie dies bereits vor längerer Zeit in Lienz, Hinterforst und Lüchingen erfolgreich geschehen ist.

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