Riesige Regionen sind ohne Schulen

Von beeindruckenden Einsätzen und zukunftweisenden Projekten wurde an der Hauptversammlung des Schweizer Bauordens berichtet. Nach wie vor werden Leistungen im Aus- wie im Inland erbracht.

Rösli Zeller
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WIDNAU. Für Martin Frei, Präsident des Schweizer Bauordens, begann der Samstag mit einem freudigen Ereignis: In Buchs konnten neuwertige Schulbänke und Tische abgeholt werden. Sie seien, so Frei in seinen einleitenden Worten, für eine Schule in Rumänien bestimmt. Am kommenden Mittwoch könne eine riesige Menge Schweizer Schokolade entgegengenommen werden, auch diese Spende sei für ein Projekt bestimmt.

An der Expo, die am Vortag der Hauptversammlung in Mailand eröffnet wurde, werde auf das Thema «Hunger» aufmerksam gemacht.

Wasser und Bildung

Dass der Hunger in weiten Teilen der Erde gross ist, davon wurde anhand von verschiedenen Projekten berichtet.

Sauberes Wasser sei das Beste gegen Kinderkrankheiten, die beste Medizin, sind sich Präsident Frei und Placide Ponzo, Pfarrer im vorarlbergischen Batschuns, einig.

Im letzten Jahr fand ein Baulager in Rumänien statt. Das Haus für Mutter und Kind in der Slowakei sei eröffnet worden, und was alles an der Schule in Feshi, DR Kongo, gelernt werden kann, davon berichtete Pfarrer Ponzo. Der Staat leiste sehr wenig für die Bevölkerung, dies hänge mit der Ausbeutungsmentalität zusammen. Ihr Anfang sei bereits im 13. Jahrhundert mit dem Sklavenhandel zu finden, gefolgt von Kolonialmächten. «Mit ungebildetem Volk kann man alles machen», so der Referent.

Gewaltloser Widerstand

Riesige Regionen seien in seiner Heimat ohne Schule, und das vorgestellte Schulprojekt leiste gewaltlosen Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Mit dem Schulprojekt, das nebst dem Bauorden von verschiedenen europäischen Ländern unterstützt wird, werde den Leuten eine menschenwürdige Zukunft geboten. Wer eine Zukunft im eigenen Land sehe, flüchte nicht, so der Pfarrer. Seine Ausführungen untermalte er mit beeindruckenden Bildern aus seiner Heimat.

Jeder Franken wird eingesetzt

In Nigeria, Tansania, Kerala (Südindien), Rumänien, der Slowakei, Ecuador und weiteren Ländern werden durch den Bauorden Projekte unterstützt. Jede Spende, versicherte Präsident Frei, werde nach Abklärungen vor Ort sinnvoll eingesetzt. Der gesamte Vorstand sowie zahlreiche Helfer arbeiten ehrenamtlich. Dies stets mit dem Ziel, möglichst umfassend zu helfen. Zwei neuen Projekten, ein Internats-Umbau in Rumänien und ein Internats-Bau in Kerala für 200 Schüler, soll Unterstützung zukommen. Wie wertvoll jede Spende ist, zeigte auch Weihbischof Bertram Wick, Ecuador, auf. Er befindet sich auf Heimaturlaub und kam für einen Kurzbesuch an der HV vorbei. In Santo Domingo, wo er wirkt, herrsche eine enorme Armut und riesige Probleme, vor allem in den Bereichen Gesundheit und Schule. Für Weihbischof Wick, der am 23. Mai zum Bischof geweiht wird, ist das Wissen, von der Heimat getragen zu werden, ein grosser Ansporn für sein Schaffen.

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