Altstätten: Rhyboot-Mitarbeiter prüfen Texte auf deren Verständlichkeit

Leichte Sprache macht Texte auch für Menschen mit Leseschwierigkeiten zugänglich. Es ist aber gar nicht so leicht, leicht zu schreiben.

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Versteht man jetzt, was da geschrieben ist? Rhyboot-Mitarbeitende prüfen Texte, die in Leichte Sprache «übersetzt» worden sind.

Versteht man jetzt, was da geschrieben ist? Rhyboot-Mitarbeitende prüfen Texte, die in Leichte Sprache «übersetzt» worden sind.

Bild: Sonja Dietschi

(pd) Ob in der Zeitung, in Zeitschriften, im Internet oder auf Flyern: Geschriebene Texte begegnen uns im Alltag überall. Doch viele Menschen haben Mühe, die Texte zu verstehen, beispielsweise Personen mit Lese- und Lernschwierigkeiten, Menschen mit Behinderung oder Demenz, Personen mit Migrationshintergrund oder Leseanfänger.

Ein stark vereinfachtes Deutsch

Katharina Dellai-Schöbi möchte diesen Menschen mehr Teilhabe ermöglichen. Mit ihrem Büro «win – wortlos integriert» baut die Altstätterin Kommunikationsbarrieren ab. Dazu übersetzt sie unter anderem Texte in Leichte Sprache.

Die Leichte Sprache ist eine stark vereinfachte Form des Deutschen. Grammatik und Wortschatz der Leichten Sprache sind gegenüber dem Standarddeutschen stark reduziert, und auch das Layout muss bestimmten Anforderungen genügen. Texte in Leichter Sprache werden dadurch besonders leicht verständlich und ermöglichen so einer grossen Gruppe von Menschen den Zugang zu schriftlichen Informationen.

Prüfergruppe vom Rhyboot beigezogen

Obwohl die Leichte Sprache auf Wort-, Satz- und Textebene sowie beim Layout klaren Regeln folgen muss, kann letztlich nur die Zielgruppe eines Textes sagen, ob er tatsächlich leicht verständlich ist. «win – wortlos integriert» arbeitet deshalb mit der Behindertenorganisation Rhyboot zusammen: Katharina Dellai-Schöbi übersetzt die Texte in Leichte Sprache und eine Prüfergruppe vom Rhyboot prüft die Texte anschliessend auf ihre Verständlichkeit.

Aufgrund der Coronapandemie hat sich die Zusammenarbeit verzögert, doch im Juni konnten Michelle Casas, Vanessa Rupf und Benjamin Schmid vom Rhyboot nun den ersten Text prüfen. Sie waren motiviert und freuten sich über die neue Tätigkeit, durch die sie in einem weiteren Beschäftigungsbereich Selbstwirksamkeit und Eigenständigkeit erfahren. Nun freuen sie sich auf nächste Aufträge, um Kommunikationsbarrieren im Rheintal weiter abzubauen und so möglichst vielen Menschen mehr Teilhabe zu ermöglichen. (pd)

Mehr zu Leichter Sprache findet man beispielsweise hier: www.einfachesprache.ch oder hier: www.wortlosintegriert.ch.