«Rhesi» unterbreitet den Landwirten neue Verträge

BERNECK. Anfang Monat kündigte die Internationale Rheinregulierung ihren Pächtern am Rhein die Pacht im Rheinvorland. Jetzt unterbreitet sie ihnen neue Pachtverträge – mit einjähriger Kündigungsfrist.

René Schneider
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Das Rheinvorland kann auf Zusehen weiter bewirtschaftet werden. (Bild: Archiv/sc)

Das Rheinvorland kann auf Zusehen weiter bewirtschaftet werden. (Bild: Archiv/sc)

Die einige Dutzend Pächter, meist Landwirte am Rhein, sind nicht überrascht: Die neuen Pachtverträge, die ihnen das Rheinunternehmen des Kantons St. Gallen unterbreitet, sind praktisch identisch mit den bisherigen. Sie enthalten aber den Zusatz: «Soweit der Pachtboden von der Verpächterin unmittelbar für das Ausbauprojekt der Internationalen Rheinregulierung verwendet wird, kann der Vertrag bezüglich der beanspruchten Fläche unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist von einem Jahr vorzeitig ohne Entschädigungspflicht aufgelöst werden.»

Die Landwirte sind nicht überrascht, aber auch nicht erfreut, wie der Diepoldsauer Landwirt Peter Kuster auf Anfrage erklärt. Kuster forderte angesichts der Kündigung vor etwa einem Monat möglichst schnell einen neuen Vertrag. Den hat er jetzt zur Unterschrift vor sich, aber der Vertrag scheint nur zu bestätigen, was die Landwirte befürchten: Rhesi, das etwa hundert Millionen teure Projekt «Rhein Erholung Sicherheit» wird wohl realisiert werden. Geplanter Baustart ist der Winter 2017/2018. Während der Bauarbeiten wird zumindest ein Teil des Pachtlandes mehr oder weniger dauernd belegt sein und danach wohl ein Grossteil definitiv.

Denn nach dem Umbau des Alpenrheins und der Erhöhung der Dämme im unteren Rheintal soll Vater Rhein bei Hochwasser nicht nur einen Drittel mehr Wasser «schlucken» können, sondern innerhalb der Hochwasserdämme freier fliessen – in einer weitgehend naturbelassenen Auenlandschaft.

Ob zwischen den Auenwäldchen, Tümpeln und Sandbänken überhaupt noch landwirtschaftlich nutzbare Flächen übrig bleiben, steht in den Sternen. Es werde mit der Realisierung von «Rhesi» wohl zu einem «Verteilungskampf zwischen Grünen und Landwirten» kommen, mutmasste Peter Kuster (Ausgabe 13. Juni) schon anlässlich der Kündigung seiner Pacht.