«Rhesi» prüft die Dämme

Im Rahmen des Projekts Rheinsicherheit «Rhesi» wird seit Februar neben weiteren Begleitplanungen der Zustand der Dämme vertieft untersucht.

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ST. MARGRETHEN. Am Alpenrhein werden von Seiten der IRR laufend Massnahmen gesetzt, um den bestmöglichen Schutz für die Rheintaler Bevölkerung zu ermöglichen. Dabei legen die beiden Rheinbauleiter besonderes Augenmerk auf die Standsicherheit der Dämme. Die teilweise ungünstigen Bodenverhältnisse erfordern eine andauernde Kontrolle, die auch durch Schwebstoff-Räumungen und Gehölzpflege unterstützt wird.

Die heutigen Dämme wurden grossteils vor etwa 100 Jahren geschüttet, von 1995 bis 2009 wurden sie auf ein Schutzziel von 3100 m³/s verstärkt. Jetzt werden im Zusammenhang mit der Planung des Projekts Rhesi von der Illmündung bis zum Bodensee weitere vertiefte Prüfungen und Bodenerkundungen an den Rheindämmen durchgeführt. Diese Ergebnisse sind Grundlage für die weiteren Planungen im Projekt. Sollte sich in einzelnen Abschnitten dringender Handlungsbedarf ergeben, werden die empfohlenen Massnahmen vor dem Beginn des Ausbauprojekts umgehend ausgeführt.

Das Projekt

Das Projekt Rhesi hat die Verbesserung des Hochwasserschutzes am unteren Alpenrhein zum Ziel. Die Abflusskapazität des Rheins soll über die gesamte Länge der internationalen Strecke auf mindestens 4300 m³/s erhöht und auf den Oberlauf abgestimmt werden. Das Projektgebiet erstreckt sich entlang des Rheins von km 65 (Illmündung) bis km 91 (Bodenseemündung).

Für die Erreichung dieses Ziels sind bauliche Massnahmen notwendig, die den gesetzlichen Vorgaben Österreichs und der Schweiz entsprechen müssen. Unter anderem umfasst dies die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung, ökologische Aufwertungen sowie den sparsamen Umgang mit den Ressourcen. Nur ein nachhaltiges Projekt, das die Sicherheit für die nächsten 50 bis 100 Jahre sicherstellt, kann finanziert und umgesetzt werden.

Internationale Rheinregulierung

Mit dem Staatsvertrag von 1892 zwischen Österreich und der Schweiz wurde die IRR gegründet. Ihre Aufgabe ist die Gewährleistung des Hochwasserschutzes auf der Rheinstrecke zwischen der Illmündung und dem Bodensee. Die IRR wird repräsentiert von der «Gemeinsamen Rheinkommission». Ihr gehören als Vertreter der Republik Österreich Heinz Stiefelmeyer (Bund Österreich) und Walter Sandholzer (Land Vorarlberg) sowie als Vertreter der schweizerischen Eidgenossenschaft Hans Peter Willi (Bund Schweiz) und Dölf Gmür (Kanton St. Gallen) an. Der Projektbeirat für das Projekt Rhesi besteht aus Regierungsrat Willi Haag (St. Gallen), Landesrat Erich Schwärzler (Vorarlberg), der Gemeindepräsidentin Christa Köppel (Widnau), dem Gemeindepräsidenten Rolf Huber (Oberriet) sowie den beiden Bürgermeistern Kurt Fischer (Lustenau) und Fritz Maierhofer (Koblach). Dem Projektteam Rhesi der IRR gehören Markus Mähr (Projektleiter), Daniel Dietsche (Rheinbauleiter Schweiz), Martin Weiss (Rheinbauleiter Österreich), Leo Anrig (Leiter Zentrale Dienste) sowie acht Fachexperten an. (pd)