«Rhesi» braucht Platz und Ökologie

HEERBRUGG. Das Projekt «Rhein Erholung Sicherheit» war gestern Thema eines Experten-Gesprächs anlässlich der Wanderausstellung «RheinLeben» im Heerbrugger Schmidheiny-Park. Eingeladen haben Umweltgruppierungen und -verbände.

René Schneider
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Zu Rhesi: Nationalrätin Claudia Friedl, Kantonsrat Meinrad Gschwend, Rheinbauleiter Daniel Dietsche. (Bild: René Schneider)

Zu Rhesi: Nationalrätin Claudia Friedl, Kantonsrat Meinrad Gschwend, Rheinbauleiter Daniel Dietsche. (Bild: René Schneider)

Die Wogen zwischen den Schweizer Gemeinden und den «Rhesi»-Planern scheinen sich geglättet zu haben. Dies resultiert als neuste Erkenntnis aus aus der Fragestunde gestern im Schmidheiny-Park. Die Planer seien bei der Präsentation des Vorprojekts etwas zu unsensibel vorgegangen, räumte Rheinbauleiter Daniel Dietsche ein.

Die Betreiber der Wanderausstellung «RheinLeben» haben gestern zu einem moderierten Gespräch eingeladen mit der Umwelt-Naturwissenschafterin und SP-Nationalrätin Claudia Friedl sowie Rheinbauleiter Daniel Dietsche, Leiter Abteilung Gewässer des Kantons St. Gallen. Kantonsrat Meinrad Gschwend (Grüne) moderierte das Gespräch.

Technik und Ökologie

Aktuell habe das Projekt Rhesi eine «kleine, aber laute Gruppe» von Kritikern sowie «eine grosse, aber stille Gruppe» interessierter Beobachter, fasste Gschwend die politische Lage diesseits des Rheins zusammen. Die Planer haben ihre Kommunikations-Nachlässigkeit aufgearbeitet und zusammen mit der Politik einen grenzüberschreitenden Projekt-Beirat gegründet, in dem die Gemeinden vertreten sind. Besonders das Thema Grundwasser/Trinkwasserfassungen soll dadurch mehr Bedeutung und planerische Sorgfalt bekommen.

Einig waren sich der Rheinbauleiter und die Umwelt-Naturwissenschafterin, dass es für ein breit abgestütztes und bewilligungsfähiges «Rhesi»-Projekt sowohl Technik als auch Ökologie braucht. «Der Rhein braucht Platz», fasste Claudia Friedl zusammen. Moderner Hochwasserschutz könne nur in Verbindung mit mehr Ökologie realisiert werden. So verlange es das Gesetz. Daniel Dietsche fasste sein Bestreben so zusammen: Der Rhein brauche im unteren Teil (ab Illmündung) eine Kapazität von 4300 Kubik pro Sekunde (aktuell hat er 3100 Kubik) sowie sichere Dämme. Zudem müssten Vorkehrungen für kontrollierte Flutungen im Notfall gebaut werden. All das sei ohne mehr Ökologie gesetzlich und politisch nicht möglich.

Bald in Diepoldsau

Noch bis morgen Samstag gastiert die Wanderausstellung «RheinLeben» (10 bis 16 Uhr) im Schmidheiny-Park. Sie tourt seit letztem Jahr durch eine Reihe von Gemeinden beidseits des Rheins und ist zum Tour-Schluss (9. bis 12. Juli) im Diepoldsauer Strandbad zu Gast. Im Mai war sie an der Rhema zu sehen.

«Ein naturnaher und gleichzeitig hochwassersicherer Rhein ist möglich und mit dem Projekt Rhesi in greifbarer Nähe», wirbt die Ausstellung für sich und das Projekt Rhesi. Die Ausstellung von WWF, Pro Natura, dem Vorarlberger Naturschutzbund und der Liechtensteinischen Gesellschaft für Naturschutz veranschaulicht die Schönheiten und Gefahren des Rheins – und die Chancen des Projekts Rhesi.