Rhema-Neustart ohne Altlasten

ALTSTÄTTEN. Sie sind zu zehnt, sie kommen vornehmlich aus dem Oberrheintal – und sie können unbelastet an die Arbeit gehen: Die neuen Rhema-Macher sind eine Art Gegenentwurf zu jener Gruppe, die zuerst glaubte, sie erhalte den Zuschlag.

Samuel Tanner
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Die Gesichter der neuen Rhema sind nun bekannt. Wer wo steht, wer Verwaltungsrat wird und wer Messeleiter – mit solchen Entscheiden lassen sich die neuen Messemacher noch Zeit. Sie treffen sich am kommenden Mittwoch zu einem ersten Workshop. (Bild: Samuel Tanner)

Die Gesichter der neuen Rhema sind nun bekannt. Wer wo steht, wer Verwaltungsrat wird und wer Messeleiter – mit solchen Entscheiden lassen sich die neuen Messemacher noch Zeit. Sie treffen sich am kommenden Mittwoch zu einem ersten Workshop. (Bild: Samuel Tanner)

Die Namenstafeln waren gross beschrieben an der gestrigen Pressekonferenz, man musste sich bei einigen Namen zuerst an eine künftige Verbindung mit der Rhema gewöhnen – und das ist wahrscheinlich ein gutes Zeichen. Da sassen neue Leute, ob sie nun Roland Stähli, Christian Willi oder Urs Spirig heissen. Leute, die bis vor Kurzem eher im Festzelt als in Sitzungszimmern über die Messe sprachen. Sie vertraten die Rheintal Event AG, die nun, nach einem turbulenten Vergabeprozess, den definitiven Zuschlag für die Marken- und Durchführungsrechte erhalten hatte.

Sie sind die, die zuletzt lachen.

Es hatten ja schon andere gelacht. Am 12. September stellte sich die Messe Rheintal AG als neue Durchführerin vor; der designierte Chef Urs Nüesch strahlte und gab sich siegesgewiss, Messeleitung und Verwaltungsrat waren bereits bestimmt. Jene Gruppe führten Leute, die schon beim Untergang der Messe dabei waren. Von Beginn an mussten sie sich für Vergangenes rechtfertigen. Am Ende schied die Gruppe Nüesch weit weniger spektakulär aus, als sie eingestiegen war: als geschlagene Mitbieterin.

Willi: «Wir sind unbelastet»

Altlasten tragen die neuen Messemacher keine mit sich rum. Und das betonten sie denn auch: «Wichtig ist, dass wir die Sache unbelastet anpacken können, dass es zu einem kompletten Neustart kommen kann», sagt Christian Willi, Finanzfachmann und Altstätter Stadtrat. Und jener Mann, der sich im Sommer sagte: «Es kann nicht sein, dass am Ende Auswärtige die Rhema verantworten.» Er scharte deshalb Kollegen und Geschäftspartner um sich, die Gruppe vergrösserte und die Absicht verstärkte sich.

Am Anfang boten sie 210 000 Franken, am Ende erhielten sie den Zuschlag bei 360 000 Franken (siehe Zweittext). Wie viel sie maximal bezahlt hätten, will Willi nicht sagen. Nach der Versteigerung kontaktierte die Gruppe schliesslich Messeprofi Reinhard Frei und Architekt Urs Spirig – man traf und man fand sich.

Posten noch nicht besetzt

An der gestrigen Pressekonferenz konnten die neuen Messemacher weder bekannt geben, wer die Rhema künftig leitet, noch wer im Verwaltungsrat der Rheintal Event AG sitzt – so weit ist man schlicht noch nicht. Man präsentiert sich auch diesbezüglich als Gegenentwurf zur Gruppe Nüesch – sie hatte noch keinen Zuschlag, aber schon alle wichtigen Posten besetzt.

Auch zu nötigen Veränderungen am Messekonzept sagten die Verantwortlichen gestern erst Ungefähres: «Die Party-Sparte läuft, wir müssen unseren Fokus auf die Messe richten», sagte Reinhard Frei, bis 2007 Kopf der Messe. In welcher Form er, in welcher Form die anderen künftigen Messemacher für die Rhema tätig sein werden, steht noch nicht fest. Angedacht ist eine OK-Struktur mit einem Ressort für jeden Beteiligten – dazu eine Messeleitung.

Viel Zeit bleibt nicht, um über Posten und Konzepte zu diskutieren, am 25. April eröffnet die Messe. Frei sagt: «Es wird eng, es gibt viel zu tun, wir haben alle Respekt vor dieser Aufgabe.» Die Gruppe trifft sich nächsten Mittwoch zum ersten Workshop und die Beteiligten hoffen, so sagten sie am Rand der Pressekonferenz, dass dann erste wichtige Entscheide getroffen werden.