Rheintaler Maler vertritt Italien in Monte Carlo

WIDNAU. Je weniger man sie erwartet, desto grösser ist die Überraschung: In Monte Carlo, einem Stadtbezirk von Monaco, wurde zur «Gala de l'art» eingeladen. 22 italienische Kunstschaffende waren aus über 3000 Bewerbern ausgewählt und eingeladen worden.

Meinrad Gschwend
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WIDNAU. Je weniger man sie erwartet, desto grösser ist die Überraschung: In Monte Carlo, einem Stadtbezirk von Monaco, wurde zur «Gala de l'art» eingeladen. 22 italienische Kunstschaffende waren aus über 3000 Bewerbern ausgewählt und eingeladen worden. Einer davon eigentlich ein Rheintaler: Antonio Ciardullo, der seit 46 Jahren in Widnau wohnt. Dass der «Widnauer» in Monte Carlo Italien vertreten durfte, ist alles andere als Zufall. Denn Italien taucht in seinen Werken immer wieder auf. Seine Bilder und ganz besonders seine Modelle finden in seiner Heimat grosse Beachtung. Sogar der Fernsehsender RAI 2 porträtierte ihn.

Maler mit zwei Seelen

Antonio Ciardullo ist einerseits ein passionierter Modellbauer. Monate, ja sogar Jahre kann es dauern, bis ein Modell beendet ist. Mit ruhiger Hand und genauem Blick klebt er fast unzählige, manchmal winzig kleine Steinchen zusammen, bis das Werk vollendet ist. Es sind metergrosse, detailgetreue Nachbildungen von historischen Gebäuden.

Andererseits ist er ein vielseitiger Maler. Oft malt er naturalistische Bilder: klassische Stillleben, Landschaften voll von Harmonie und Ausgeglichenheit. Daneben drücken surrealistische Werke Ängste und Depressionen aus. Deshalb wird er immer wieder als «Maler mit zwei Seelen» bezeichnet. Italien als Motiv taucht in den Bildern immer wieder auf. Einmal thematisiert er die Empfindungen eines Emigranten, der seine Heimat verlassen hat, um im Norden zu arbeiten. Dann wieder gibt er seiner Sorge um sein Heimatland Ausdruck.

Realität und Traum vermischt

Die Ausstellung in Monte Carlo wurde organisiert vom «Foyer des Artistes» und stand unter dem Patronat des italienischen Konsulates. Die Ausstellung wurde öffentlich ausgeschrieben. Über 3000 Kunstschaffende bewarben sich. Voraussetzung: Sie mussten Italiener sein. Eine Jury wählte 22 Personen aus. Bei Ciardullo entschied sie sich für ein surreal anmutendes Bild. Traumwelten vermischen sich mit realistisch dargestellten Einzelteilen. Eine Uhr als ein Symbol für die Zeit, die zerfliesst. Ein riesiger Vogel hält eine menschliche Person im Schnabel.

Das Bild hat etwas Beklemmendes, lädt aber gleichzeitig ein, immer wieder neue Details zu entdecken. Und vor allem bringt das Bild die grosse Leidenschaft von Antonio Ciardullo für die Malerei zum Ausdruck. Mit der Teilnahme an der Ausstellung in Monte Carlo und der damit verbundenen, vom italienischen Konsul überreichten Auszeichnung erhält er eine besondere Würdigung. Gleichzeitig ist es eine Ermunterung, weiterhin unbeirrt seiner Freude an Farben und Formen freien Lauf zu lassen.