Rheintaler Kulturstiftung: Der «Törgga» wirkt

Für die letztjährigen Preisträger bedeutet die erhaltene Auszeichnung Anerkennung und Bestärkung.

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Preisträger 2019: Der junge Autor und Theaterregisseur Philippe Heule (links) erhielt den «Grüana Törgga», der arrivierte Autor, Regisseur und Theaterproduzent Kuno Bont den «Goldiga Törgga».
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Preisträger 2019: Der junge Autor und Theaterregisseur Philippe Heule (links) erhielt den «Grüana Törgga», der arrivierte Autor, Regisseur und Theaterproduzent Kuno Bont den «Goldiga Törgga».

Preisträger 2019: Der junge Autor und Theaterregisseur Philippe Heule (links) erhielt den «Grüana Törgga», der arrivierte Autor, Regisseur und Theaterproduzent Kuno Bont den «Goldiga Törgga».

Bilder: pd

Bereits achtmal wurde der «Goldiga Törgga», der Anerkennungspreis der Rheintaler Kulturstiftung, verliehen. Die neunte Preisverleihung ist bereits in Vorbereitung. Letztes Jahr gab es erstmals auch einen «Grüana Törgga», den neu geschaffenen Preis für Nachwuchskünstler. Die letztjährigen Preisträger, Philippe Heule und Kuno Bont, denken gerne zurück an die Verleihung ihrer Auszeichnungen.

Vielseitige Verwendung des «Goldiga Törgga»

Auf die Frage, was Kuno Bont mit dem überreichten Maiskolben – goldgelb und frisch geerntet von einem Rheintaler Törggaacker – gemacht hat, erzählt er, dass er zunächst den Maiskolben behandelt habe, damit ihn die Mäuse nicht fressen. Nun würden Preisurkunde und «Törgga» in seiner Küche hängen. Dort, wo er sich am meisten aufhalte und sich das Leben abspiele, wie er sagt. Der «Törgga» mit seinen vielen Körnern sei für ihn nach wie vor ein sehr starkes Symbol dafür, dass seine Produktionen nicht alleine sein Werk seien, sondern das Gemeinschaftswerk sehr vieler Menschen.

Philippe Heule, der aufstrebende Theaterregisseur, der letztes Jahr den «Grüana Törgga» erhielt, meint lachend, er besitze keine Vitrine für seine Preise. Dafür liege der «Törgga» gut sichtbar in seinem Bücherregal und werde sogar regelmässig abgestaubt. Die Auszeichnung mit dem «Grüana Törgga» hat Philippe Heule «im besten Sinne eines Nachwuchspreises darin bestärkt, weiterzumachen», wie er sagt. Der Preis liege ihm sehr am Herzen, gerade weil er von dem Ort stamme, von dem aus er losgezogen sei, um seinen Platz in der Theaterwelt zu suchen, und der weiterhin ein wichtiger Bezugspunkt und Ort der Inspiration bleibe.

Für Kuno Bont ist der Preis eine Anerkennung und eine Bestätigung. «Mit der Oper ‹Carmen› als Freiluftaufführung in Werdenberg und dem Schauspiel ‹Anna Göldi› der Bühne Rüthi, zwei Grossproduktionen, die gerade in Coronazeiten vollen Einsatz verlangt haben, war ehrlich gesagt noch nicht allzu viel Zeit da, in der sich der Kulturpreis bzw. das Preishonorar gross auf mein Schaffen hätte auswirken können. Die Zeit wird aber kommen, da bin ich sicher», meint der aktuell sehr beschäftigte Kuno Bont. Momentan schreibt er gerade ein Spielfilmdrehbuch fertig. Das Preisgeld möchte er für einen Kunstfilm einsetzen mit LandArt-Werken, die er selber realisiert. Mit ersten Aufnahmen und Inszenierungen hat er bereits begonnen. Kuno Bont sieht dies als Langzeitprojekt, da ihm die Authentizität sehr am Herzen liege. Auch Philippe Heule ist voller Tatendrang. Aktuell führt er einen Workshop am Theater Hora in Zürich durch, dem einzigen professionellen Theater in der Schweiz mit geistig behinderten Schauspielerinnen und Schauspielern. Zudem arbeitet er als Dramaturg in einer Produktion des Jungen Theaters Zürich. Die nächste grössere Regiearbeit mit dem Titel «Die Schokoladenwaffenfabrik» hat Ende Februar 2021 am Fabriktheater in Zürich Premiere und wird anschliessend an weiteren Theatern gezeigt. (pd)