Rheintaler Fischer trotzen weiter

Die neue Fischereiverordnung bringt verschiedene Änderungen für die Fischer mit sich. Bei der HV des Fischereivereins Mittelrheintal wurde zudem beschlossen, den kantonalen Verbandsbeitrag vorläufig auszusetzen. Der Äschen-Fang im Binnenkanal wird stark begrenzt.

Andrea Plüss
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Wurden für ihren ehrenamtlichen Vereinseinsatz geehrt: (von links) Raffael Ibanez, Paul Dietsche, Urs Altherr und René Dieng neben Präsident Karl Oehler. (Bild: Andrea Plüss)

Wurden für ihren ehrenamtlichen Vereinseinsatz geehrt: (von links) Raffael Ibanez, Paul Dietsche, Urs Altherr und René Dieng neben Präsident Karl Oehler. (Bild: Andrea Plüss)

HEERBRUGG. An der Hauptversammlung vom Samstag beschloss der Fischereiverein Mittelrheintal (FVM) mit 68 von 94 Stimmen, dem Antrag von Präsident Karl Oehler zu folgen und den Beitrag an den Kantonalverband so lange zurückzubehalten, bis dieser wieder einen handlungsfähigen Vorstand besitze. Bereits im Januar hatte der Rheinfischer-Verein den Austritt aus dem St. Galler Kantonalverband beschlossen. Welche Auswirkungen das Zurückhalten des Beitrags haben könnte, bleibt unklar.

HV gut besucht

Der FVM zählte im vergangenen Jahr 354 Mitglieder, darunter 237 aktive Fischer. Zur 68. Hauptversammlung waren 94 Stimmberechtigte erschienen. Durch die Neuverpachtungen sei das Jahr 2009 «sehr arbeitsreich gewesen», so FVM-Präsident Karl Oehler. Er erläuterte nochmals in groben Zügen die Veränderungen, die das bereits 2009 in Kraft getretene neue Fischereigesetz für das Vereinsgebiet bringt:

Lebender Köderfisch ist generell verboten, und es gilt das Nachtangelverbot. Darüber hinaus gelten für einige Arten geänderte Schonmasse und Schonzeiten. «Wir können nicht mehr machen, was wir wollen», kommentierte Oehler das Gesetz. Die neue Fischereiverordnung zeichnet sich durch eine Vereinheitlichung der Vorschriften aus. Ausnahme-Anträge können nach wie vor beim Amt für Natur, Jagd und Fischerei gestellt werden, so Amtsleiter Guido Ackermann. Das Amt prüfe jeden Antrag sorgfältig. «Es gibt aber keine generellen Ausnahmen mehr.

» Durch das Hochwasser in Eichberg im vergangenen August ist der Äschenbestand im Binnenkanal praktisch ausgerottet worden. Ein Kontrollfischen am 10. Januar bestätigte dies. Eine mögliche Reduktion des Pachtzinses aufgrund der Unwetterfolgen wurde vom Kanton abgelehnt. «Für ausserordentliche Leistungen» könne jedoch auf Antrag ein Teil des Pachtzinses (maximal 1000 Franken) erstattet werden», so Oehler.

Äschen-Fang beschränkt

Besatz und Befischung im Binnenkanal wurden in separatem Antrag diskutiert. Mit 79 Stimmen setzte sich der Vorschlag durch, den Äschen-Fang auf fünf Fische pro Fischer im 2010 zu begrenzen um eine Erholung des Bestands zu erreichen. Im September waren 9000 Sömmerlinge eingesetzt worden. 2010 ist ein Besatz mit 7000 Jungfischen vorgesehen.

Einstimmig angenommen wurde die Leistung von 5000 Franken aus dem Renaturierungs-Fonds an das Auwald-Projekt am Alten Rhein, das federführend von der Rheinunternehmung geleitet wird.

Die Jahresrechnung 2009 schloss mit einem Überschuss von rund 4880 Franken. Grösster Einnahmeposten war mit gut 50 000 Franken der Verkauf von Tages- und Monatskarten. Für 2010 ist ein Verlust von 5000 Franken (Auwald-Projekt) budgetiert.

Nachwuchsfischer unterstützen

Zukünftig wird es eine 28-tägige «Schnupperkarte» für jugendliche Fischer geben, erklärte Jugendwart Marcel Zottele. Für die Jungfischer reduzieren sich so die Kosten für den Erwerb des obligatorischen Sachkundenachweises.

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