Rheintaler Bauteile für «eTruck»

Gestern wurde von Nestlé und Renault in Bern mit grossem Aufwand ein neuer umweltfreundlicher Auslieferungs-LKW vorgestellt. Dieses völlig neu konzipierte Fahrzeug enthält auch wichtige Bauteile eines Rheintaler Unternehmens.
Paul Gerosa
Geschäftsführer Paul Heller. (Bild: pd)

Geschäftsführer Paul Heller. (Bild: pd)

ST. MARGRETHEN. Es handelt sich um den ersten LKW mit einem Gesamtgewicht von über 13 Tonnen, der völlig elektrisch betrieben wird. So grosse Fahrzeuge waren bis anhin mit reinem Elektroantrieb nicht denkbar. Nun ist es aber gelungen, ein derartiges Nutzfahrzeug zu entwickeln. Der sogenannte «eTruck» ist mit einem Fahr-Radius von 100 km kein Fern-, sondern ein Stadtfahrzeug. Es ermöglicht die schadstofffreie Belieferung von Kunden der Frisco-Findus mit Tiefkühlprodukten im Stadtgebiet.

Kühltechnik aus St. Margrethen

An der Entwicklung dieses zukunftweisenden Gefährts war auch eine Firma unserer Region beteiligt. Die Firma Heller AG, St. Margrethen, ein KMU-Betrieb mit zehn Mitarbeitern, hat sich im Bereich Kälte-Energie-Technik spezialisiert. So hat sie unter anderem die Kältetechnik für alle rund 140 Auslieferungs-Fahrzeuge der Frisco-Findus geliefert. Aber auch in anderen Bereichen ist sie tätig. So wurden beispielsweise im Auftrag der Stadler Rail in allen Aussichtswagen des Bernina-Express sowie in Bahnwagen der Südostbahn die Klimaanlagen installiert, bei der Leica diverse Industrieprozessanlagen gebaut oder gerade kürzlich bei der Migros in Diepoldsau die Kühlanlagen erneuert.

Gleich und doch anders

Die Heller AG hat nun für den neuen «grünen» LKW die gesamte Kühltechnik konzipiert und eingebaut. Im Grundsatz ist diese Technik im neuen Fahrzeug die gleiche wie bei den vorherigen 140 Kühlfahrzeugen, die die Heller AG für Frisco-Findus bereits gebaut hat. Allerdings musste die gesamte Kühlmaschine neu konstruiert werden. Man habe ihr den bisherigen Platz im Unterboden «gestohlen», wie Paul Heller, Geschäftsführer und Verwaltungsrat, sagt. Dieser Raum wurde neu für die Unterbringung der grossen Batterien benötigt. Die Komponenten der Kältetechnik mussten daher auf engstem Raum neu angeordnet werden.

Die Tiefkühlanlage der Heller AG ist an sich schon umweltfreundlich. Die notwendige Kälteenergie wird nachts an der Steckdose erzeugt und gespeichert. Sie genügt dann für einen ganzen Tag Auslieferungsbetrieb. Damit muss für die Kälteerzeugung tagsüber kein Motor mit entsprechenden Abgasen betrieben werden. Dieses Prinzip ist natürlich für den elektrisch betriebenen LKW ein wesentlicher Vorteil. Die gespeicherte elektrische Energie steht nämlich damit ausschliesslich für den Fahrbetrieb zur Verfügung.

Nicht genug damit. Wenn schon umweltfreundliches Fahrzeug, so wollte die Heller AG auch einen Beitrag dazu leisten. Zum Einsatz gelangt daher ein neues Kältemittel, dessen Erderwärmungs-Potenzial gegenüber den bisherigen Kältemitteln um 50 Prozent reduziert ist. Wie Paul Heller übrigens berichtet, ist eine amerikanische Chemiefirma daran, ein Kältemittel mit nochmals erheblich reduziertem Erderwärmungs-Potenzial zu entwickeln. Dieses Projekt untersteht derzeit noch der Geheimhaltung, verspricht aber eine neue umweltschonende Technik im Tiefkühlbereich.

Dieses völlig neu konzipierte Fahrzeug enthält auch wichtige Bauteile eines Rheintaler Unternehmens. (Bild: pd)

Dieses völlig neu konzipierte Fahrzeug enthält auch wichtige Bauteile eines Rheintaler Unternehmens. (Bild: pd)

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