Zoll
«Hier entsteht das erste Interventionszentrum Zoll in der Schweiz, der Prototyp»: Rheintal wird Pilotregion

In St.Margrethen wurde das Siegermodell des geplanten Interventionszentrums Zoll präsentiert. Es soll 365 Tage im Jahr während 24 Stunden in Betrieb sein.

Kurt Latzer
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Das erste Interventionszentrum Zoll der Schweiz entsteht auf dem Bauwerkareal in St.Margrethen.

Das erste Interventionszentrum Zoll der Schweiz entsteht auf dem Bauwerkareal in St.Margrethen.

Bild: Kurt Latzer

Mit der Präsentation des Siegerprojektes ist die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) im derzeit stattfindenden Transformationsprozess einen grossen Schritt weiter.

«Die EZV soll in Zukunft noch besser in der Lage sein, an der Grenze eine umfassende Sicherheit für Bevölkerung, Wirtschaft und Staat zu bieten», sagte Markus Kobler, Chef Zoll Ost. Beabsichtigt ist, den Grenzübertritt von Lastwagen ohne Halt zu ermöglichen und die Arbeit an Schaltern zu automatisieren. Die so frei werdenden Mitarbeiter können öfter für Kontrollen eingesetzt werden.

Zoll und Polizei arbeiten enger zusammen

Um alle Änderungen durchzuführen, ist eine Anpassung der Infrastruktur nötig. Aus diesem Grund ist in den Schweizer Grenzregionen die Einrichtung sogenannter Interventionszentren nötig. St.Margrethen nimmt dabei eine besondere Rolle ein. «Hier entsteht das erste Interventionszentrum Zoll in der Schweiz, der Prototyp», sagte Hanspeter Winkler, Leiter Projektmanagement im Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL).

Das St.Galler Rheintal erhält mit dem geplanten Zentrum eine zusätzliche Besonderheit. «Die Zentralisierung der Kon­trollinfrastruktur der Eidgenössischen Zollverwaltung, eines Polizeipostens der Kantonspolizei St.Gallen sowie der Ausbildungs- und Unterkunftsinfrastruktur für rund 230 Mitar­beitende auf einem Stützpunkt erfolgt erstmals in dieser Grössenordnung», sagte Markus Kob­ler.

Mit der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Bund und Kanton zur gemeinsamen Prävention und Strafverfolgung werden neue Massstäbe gesetzt. Das Interventionszen­trum soll 24 Stunden pro Tag, 365 Tage im Jahr in Betrieb sein. Das Zentrum hat als Schweizer Pilotprojekt Modellcharakter, die Konzeption soll schweizweit übernommen werden.

Der Schwerverkehr verschwindet aus dem Ort

Vor allem zwei Änderungen wird die St.Margrether Bevölkerung bemerken, ist das Interventionszentrum dereinst in Betrieb. Der Posten der Kantonspolizei im Dorf wird aufgehoben und ins neue Zentrum inte­griert; das heutige Zollfreilager neben dem Cargo-Service-Center beim Bahnhof wird aufgehoben; der grenzüberschreitende Schwerverkehr fährt nicht mehr ins Dorf.

Die Lastwagen werden direkt über eine neue Spur vom Bauwerk-Kreisel zum Interventionszentrum geführt. Wann mit dem Bau des Interventionszentrums Zoll in St.Margrethen begonnen wird, steht noch nicht fest. Noch ist das Geld für die Bauten nicht gesprochen. «Wir beabsichtigen, auf dem ehemaligen Bauwerkareal rund 40 Millionen Franken zu investieren», sagt Hanspeter Winkler. Das neue Zentrum beim Autobahnknoten St.Margrethen hat mit dem Zollamt im Zusammenhang mit der geplanten Verbindungsstrasse Lustenau–St.Margrethen (S18) nichts zu tun.

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