Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

RHEINTAL: Wer heute baut, braucht einen hohen Lohn

Eine Familie, die sich ein eigenes Haus wünscht, erfreut sich zwar nie dagewesener Tiefstzinsen. Schwer ist es hingegen, erschwingliches Bauland zu finden – und einen Kredit zu bekommen.
Gert Bruderer

Konkretes Beispiel: Einer Familie entstehen durch den Kauf von Bauland und den Bau des Hauses Gesamtkosten von einer Million Franken. Sie bringt, wie es gefordert ist, 200000 Franken selber auf (davon maximal die Hälfte aus der beruflichen Vorsorge) und benötigt dazu einen Hypothekarkredit von 800000 Franken.

Der Laie denkt vielleicht: Am besten den tiefen Zins für zehn Jahre mit einer Festhypothek sicherstellen – sagen wir: 1,4 Prozent –, dann ist das Ganze kein Problem und der monatliche Zins fürs Haus liegt bei vergleichsweise bescheidenen 933 Franken. Ein Teil der Hypothekarschuld ist aber zwingend innert 15 Jahren zurückzuzahlen, mindestens 13 Prozent des ganzen Immobilienwertes, in diesem Fall also 130000 Franken bzw. 8667 Franken pro Jahr. So ergibt sich eine monatliche Belastung von 1655 Franken (Hypozins und Amortisation), wobei Reparaturen und Nebenkosten noch nicht eingerechnet sind.

Bei einem Jahreseinkommen von – sagen wir – 100000 Franken ein Pappenstiel. Jetzt aber kommt das grosse Aber, und zwar von der Bank.

Die Bank geht von theoretischem Zins aus

Dieses Aber geht so: Weil Zinsen steigen können und die Bank sicher sein muss, dass eine deutlich höhere Belastung auch noch tragbar ist, geht sie von einem theoretischen Hypothekarzins von 5 Prozent aus (auch dann, wenn sie mit den Hausbesitzern einen festen Zins von 1,4 Prozent für zehn Jahre vereinbart). Ausserdem veranschlagt jede Bank 0,7 bis 1 Prozent für Nebenkosten, insgesamt also mindestens 5,7 Prozent.

Die Familie muss somit nachweisen, dass sie 5,7 Prozent von 800000 Franken bezahlen könnte und zudem in der Lage ist, die vorgeschriebene Rückzahlung der zweiten Hypothek zu leisten (die erwähnten 130000 Franken).

Wer jetzt den Taschenrechner zur Hand nimmt und die Zahlen eintippt, dürfte einigermassen erschrecken: Die Familie muss pro Jahr eine theoretische Zins- und Nebenkostenbelastung von 45600 verkraften und weitere 8667 Franken für die Amortisation – insgesamt 54267 Franken. Kann (oder könnte) die Familie diesen Betrag aufbringen? Das ist für die Bank die entscheidende Frage. Sie geht davon aus, dass das Einkommen mindestens dreimal so hoch sein muss wie die Kosten fürs Wohnen.

12000 Franken pro Monat wären zu wenig

Das nötige Einkommen, das als Nachweis für die finanzielle Tragbarkeit des Eigenheimes gilt, beträgt somit 162801 Franken. Das bedeutet ein Haushaltseinkommen pro Monat von brutto 12523 Franken. Falls beide Elternteile arbeiten und Löhne von 8000 und 4000 Franken heimbringen, ist das zu wenig.

Wobei daran erinnert sei, dass die Nebenkosten bei dieser Rechnung mit 0,7 Prozent veranschlagt werden. Setzt eine Bank 1 Prozent ein, muss das monatliche Einkommen, das für die Tragbarkeit des Eigenheims massgebend ist, 13077 Franken betragen.

Selbst wenn die Bank einer jungen Familie – hohe Kreditwürdigkeit und Qualität des Wohnhauses vorausgesetzt – im Rahmen ihrer Möglichkeiten etwas entgegenkommt, ist im beschriebenen Fall ein Monatseinkommen von rund 12000 Franken nachzuweisen.

Die Frage, die man folgerichtig immer wieder hören kann, ist diese: Welche Familie, die nicht viel erbt und keinen Lottosechser hat, kann sich ein Eigenheim noch leisten?

Gert Bruderer

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.