RHEINTAL: Platz für den Rückzug

Im Rheintal sind in diesen Tagen die extensiv genutzten Wiesen gemäht worden. Dabei fallen mancherorts ungemähte Bereiche auf, die scheinbar zwecklos stehen geblieben sind.

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Feldhasen finden im Rückzugsstreifen Deckung und bleiben gerne in seiner Nähe. (Bild: Pro Riet)

Feldhasen finden im Rückzugsstreifen Deckung und bleiben gerne in seiner Nähe. (Bild: Pro Riet)

Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Versehen oder eine Arbeitsersparnis. Vielmehr werden solche Rückzugsstreifen im Vernetzungsprojekt Riet gezielt angelegt, um Heuschrecken, Feldhasen und ausgewählte Vogelarten zu fördern.

Über 130 Bauernbetriebe

Das landwirtschaftliche Vernetzungsprojekt Riet umfasst rund 14 Quadratkilometer im Kern der Rheintalebene zwischen Widnau und Oberriet. Über 130 Bauernbetriebe bewirtschaften hier Land.

Die Trägerschaft liegt beim landwirtschaftlichen Maschinenring Ostschweiz Liechtenstein und beim Verein Pro Riet Rheintal.

Das Projekt will sechzehn gebietstypische Tier- und Pflanzenarten fördern und hat dazu spezifische Zusatzbedingungen für die Biodiversitätsförderflächen der Landwirte definiert.

Viele Landwirte haben auf Extensivwiesen Rückzugsstreifen ausgewählt und schaffen so einen Rückzugsort für Insekten sowie Deckung für den Feldhasen. Es ist kein Zufall, dass das Projektgebiet schweizweit zu den besten Feldhasengebieten gehört. Andere Landwirte haben Gebüschgruppen gepflanzt, die wertvoll sind für Vögel wie Goldammer, Schwarzkehlchen und Neuntöter. – Seit 2004 hat das Vernetzungsprojekt Riet positive Auswirkungen auf die Biodiversitätsförderflächen im Gebiet. Neben den erwähnten Strukturen ist auch die Blumenvielfalt der Wiesen bemerkenswert.

Botanische Qualität

Dank zahlreicher Blumenwiesensaaten verfügt fast ein Drittel der Extensivwiesen über botanische Qualität und erfreut jeweils im Mai die Bevölkerung mit etlichen Blumen. (pd)