RHEINTAL: Kleine Ernte bringt gute Qualität

Die diesjährige Weinernte im Rheintal fällt geringer aus als üblich. Grund dafür sind Frost, Hagel und Starkregen, die dieses Jahr vielen Winzern Probleme bereiteten.

Davide De Martis
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Die Reben des Weingutes Maienhalde in Berneck. (Bild: Davide De Martis)

Die Reben des Weingutes Maienhalde in Berneck. (Bild: Davide De Martis)

Davide De Martis

Prächtige Reben prägen die Hänge des Rheintals. Sie sind ein Markenzeichen der Region und sind in einigen Ortschaften zu finden. Viele Winzer im Rheintal müssen in diesem Jahr schwache Erträge verkraften. Nur 40 Prozent der Durchschnittsernte kann zum Beispiel Peter Indermaur, Besitzer der Maienhalde, beim diesjährigen Wimmet gewinnen. Auch Jens Junkert, Geschäftsführer und Önologe der Weinkellerei Haubensak, rechnet mit Ernteausfällen von etwa 50 Prozent.

Schuld daran sind die extremen Wetterbedingungen, die das Jahr 2017 mit sich brachte. Besonders die Frostnächte des 20. und 21. April hatten keine Gnade mit den heranwachsenden Rebstöcken. «Die Kälte stieg von oben herab und richtete vor allem in höher gelegenen Rebhängen viel Schaden an», sagt Peter Indermaur.

Seit etwa 25 Jahren hatten die Pflanzen keinen solchen Kälteschock mehr. Drei Wochen lang galt es abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. Dazu kamen noch der Hagel im August und die extremen Wassermengen im September, die den Winzern Arbeit und Sorgen bereiteten. Die Natur bringt aber nicht nur schlechte Überraschungen mit sich. So verhalf ein optimales Sommerwetter zu einer guten Blust und der Sicherung von weiteren zehn Prozent der Trauben.

Ernte: klein, aber fein

Auf die Frage, wie auf eine solche Situation zu reagieren sei, antwortet Peter Indermaur: «Da kann man nichts machen. In diesem Beruf ist man auf die Natur angewiesen.» Nichtsdestotrotz könne man aus den verbliebenen 40 Prozent die beste Qualität ­herausholen. Dass die Situation von Standort zu Standort verschieden ist, sagt auch Jens Junkert. Zum Beispiel seien die Reben in Altstätten und Eichberg stark von Frost und Hagel beeinträchtigt worden. Überraschend sei jedoch, wie die Reben im Eichberg sich erholt hätten, nachdem anfänglich dort und in Altstätten kein grüner Trieb zu finden gewesen sei. Während einige Weinbauern mit grösseren Verlusten rechnen mussten, leiden andere nur unter kleineren Abweichungen des Ernteertrags. Auch Rebbaukommissär Markus Hardegger bestätigt, dass die Umstände von Weingut zu Weingut unterschiedlich sind.

Während das Untere Rheintal eher gut davongekommen sei, sei die Spannweite der Einbussen im Mittelrheintal sehr gross. Im Vergleich zum Sarganserland, das gesamthaft sehr stark vom Frost betroffen war, könne man im Rheintal noch von Glück sprechen, sagt Hardegger. Ein positiver Aspekt der diesjährigen Ernte sei die Qualität, die Markus Hard­egger und auch Peter Indermaur und Jens Junkert als sehr gut einschätzten. Die Ernte sei «klein, aber fein», sagt Hardegger.

«fondssuisse» kann helfen

Die Stiftung «fondssuisse», die bei Elementarschäden tätig wird, hat entschieden, von den Wetterplagen betroffene Landwirtschaftsbetriebe zu unterstützen. Besonders unterstützt werden dabei im Obst-, Beeren- und/oder Weinbau tätige Bauern.

Viele Winzer versuchten es und haben einen Antrag auf Entschädigung bei fondssuisse eingereicht. Anmeldeschluss war der 15. September 2017.