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RHEINTAL: Kein Anschluss unter dieser Nummer

Noch vor einigen Jahren waren sie überall anzutreffen – die Publifone. 2018 verschwinden die letzten ihrer Art aus Rheineck, Au und Heerbrugg. Die Mobiltelefone bedeuteten den Niedergang der Telefonkabinen.
Gehören schon bald der Vergangenheit an: die Publifone. (Bild: bes)

Gehören schon bald der Vergangenheit an: die Publifone. (Bild: bes)

Was waren das für Zeiten, als man eine öffentliche Telefon­kabine aufsuchen musste, wenn man von unterwegs aus telefonieren wollte. Ausgerüstet mit ein paar Münzen und der Telefonnummer im Kopf, fand man in der Blütezeit der sogenannten Publifone durchschnittlich mehr als ein Gerät pro Quadratkilometer Fläche. 20 Jahre später sind sie fast aus der Öffentlichkeit verschwunden. Dem Höhenflug des Mobilfunks hatten die öffentlichen Telefonkabinen mit ihren klobigen aufklappbaren Telefonbüchern wenig entgegenzusetzen.

Gemäss Entscheid des Bundesrates sind Publifone ab 2018 nicht mehr Teil der Grundversorgung. Laut Sabrina Hubacher, Mediensprecherin Swisscom, ist die Swisscom von ihrer Pflicht entbunden, Publifone zu betreiben. «Swisscom investiert in zeitgemässe und neue Technologien und damit nicht mehr ins Publifon», sagt Hubacher. Mittelfristig verschwinden in den nächsten Jahren die restlichen öffentlichen Telefonkabinen. Gemeinden, in denen ein Publifon aufgehoben wird, werden im Vorfeld von der Swisscom informiert und erhalten dadurch die Möglichkeit, die Telefonkabinen für andere Zwecke zu nutzen. Gemäss Hubacher gehören Publifone weltweit zu einem Auslaufmodell. Das öffentliche Telefon wird nicht mehr weiterentwickelt, Ersatzteile werden rar und der Unterhalt teurer.

Zahlen sprechen für sich

Gab es schweizweit bis zum Ende des 20. Jahrhunderts mehr Festnetzteilnehmer, änderte sich das Bild nach der Jahrtausendwende markant. Das Festnetz wurde durch das Mobilfunknetz ersetzt und später durch mobiles Internet ergänzt. Dieser Wandel des Kommunikationsverhaltens geht vor allem mit dem Siegeszug der Smartphones einher. Zwischen 2004 und 2016 nahm die Anzahl der inländischen Gespräche in Publifonen um 95% ab. Gleichzeitig gingen internationale Gespräche um den Faktor 22 zurück. Gab es 1995 über 58000 Publifone in der Schweiz, schrumpfte ihre Anzahl alleine im Kanton St. Gallen auf aktuell knapp 100 Stück.

Wann haben Sie zum letzten Mal aus einer Telefonkabine telefoniert? Wissen Sie überhaupt noch, wo sie zu finden sind? Auch im Rheintal wird es immer schwieriger, eine öffentliche Telefonkabine zu finden. Aktuell steht ausser in Balgach, Berneck, Eichberg und Marbach in jeder Ortschaft ein Publifon. Gemäss Hubacher ist der Rückbau der Anlagen in Heerbrugg, Au und Rheineck ab Juni 2018 geplant. Andere Gemeinden werden folgen. Die Gemeinde Rheineck wie auch die Gemeinde Au machen von der Möglichkeit der Übernahme keinen Gebrauch und lassen die Telefonkabinen abbauen.

Vielseitige Verwendungszwecke

Der Niedergang der Publifone ist beschlossen, aber damit nicht ihr Abbau. Interessierte Gemeinden können eine leere Telefonkabine kostenfrei übernehmen und für andere Zwecke nutzen. Die Zellen können einerseits als Buchtauschbörsen, als Standorte für Defibrillatoren oder als Orte für Geschichten genutzt, andererseits auch in Mini-Museen, in Zweipersonen-Diskotheken oder in kleinste Ausstellungsräume der Welt umgewandelt werden.

Benjamin Schmid

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