RHEINTAL: Iron Woman war in Balgach zu Gast

Iron Woman Natascha Badmann, sechsmalige Siegerin des Ironman Hawaii, absolvierte mit dem Tri Top Team Rheintal ein Schwimmtraining im Hallenbad Balgach. Seit fast einem Jahr gehört Badmann dem Verein an.

Mäx Hasler
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Natascha Badmann (in Rot-Weiss) mit ihren Vereinskollegen vom Tri Top Team.

Natascha Badmann (in Rot-Weiss) mit ihren Vereinskollegen vom Tri Top Team.

England hatte mit Margaret Thatcher einmal eine Premierministerin, die den Beinamen Iron Lady trug. Als Iron Woman könnte man Natascha Badmann, sechsfache Gewinnerin des Ironman Hawaii, bezeichnen. Die Ausnahme-Triathletin aus Basel ist seit knapp einem Jahr Mitglied des Tri Top Teams Rheintal und hat mit einigen Vereinskollegen am Samstagmorgen im Hallenbad Balgach ein Schwimmtraining absolviert. Geleitet wurde dieses Training von Silke Schleszies, Schwimmtrainerin aus Dornbirn.

Ausnahmesportlerin noch immer aktiv

Dass die Powerfrau Mitglied des Tri Top Teams geworden ist, kommt daher, dass die Präsidentin des Vereins, Lisa Stucki, mit der Iron Woman schon seit Jahren befreundet ist und für sie das Administrative erledigt. «Der Club, dem Natascha angehörte, hat sich aufgelöst und sie suchte einen neuen Verein. Sie musste uns nicht zweimal fragen, ob wir sie als neues Mitglied möchten, so ein Aushängeschild bekommt man nicht alle Tage», sagte die Vorsitzende des Vereins.

Natascha Badmanns Palmarès liest sich wie der Lebenslauf einer Ausnahmesportlerin: 1995 Weltmeisterin Duathlon Kurzdistanz, 1997 Europameisterin Triathlon Kurzdistanz, 1997 und 2000 Weltmeisterin Duathlon Langdistanz sowie zwischen 1998 und 2005 sechsfache Siegerin am Ironman Hawaii. Sie erhielt Titel wie Internationale Duathletin des Jahrzehnts, Athletin des Jahrzehnts, zweimal Schweizer Sportlerin des Jahres und ist auch Unicef-Botschafterin. Dabei konnte Natascha Badmann als 13-Jährige nicht einmal schwimmen. «Ich nahm dann später beim besten Schwimmtrainer der Schweiz Schwimmunterricht. Dieser Unterricht war nicht gerade ermutigend. Ich würde das wohl nie lernen, sagte dieser damals zu mir.»

Dieses Jahr absolvierte die inzwischen 50-Jährige als Profisportlerin zum letzten Mal den Ironman Hawaii und belegte den 34. Rang. Nun möchte sie es etwas ruhiger angehen. «In nächster Zeit bestreite ich einige auserwählte Wettkämpfe, vorwiegend in der Schweiz, die für mich eher Vergnügen als Anstrengung sind. Wenn es terminlich passt vielleicht auch den Rhyathlon im August mit meinen Vereinskollegen vom Tri Top Team.» Ihren ersten Wettkampf als Amateurin bestreitet sie am Ironman auf Gran Canaria.

Die Frage nach ihrem schönsten Sieg beantwortet sie nicht etwa mit dem Weltmeistertitel oder dem ersten Ironman-Triumph. «Der schönste Sieg war für mich der sechste Rang 2012 an meinem Comeback am Ironman nach meinem schweren Unfall ein Jahr zuvor. Es freute mich ungemein, dass ich es geschafft hatte, wieder mit der Spitze mithalten zu können.»

Ihre Erfolge und ihr Lebenslauf wurden vor drei Jahren in Buchform veröffentlicht. Einige dieser reich bebilderten Bücher fanden nach dem Training dankbare Abnehmer.

Mit 13 konnte sie noch nicht schwimmen. (Bilder: Mäx Hasler)

Mit 13 konnte sie noch nicht schwimmen. (Bilder: Mäx Hasler)