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RHEINTAL: Heimarbeiterinnen erzählen

«Heimarbeit – Wirtschaftswunder am Küchentisch», so heisst das grenzüberschreitende Forschungsprojekt, das neu auch im St. Galler Rheintal Fuss fasst.
Beim Bohnenspitzeln für die Konservenfabriken packten auch die Kinder mit an; das Bild entstand in den 1940er-Jahren. (Bild: Heribert Hutter, Gemeindemuseum Rothus, Oberriet)

Beim Bohnenspitzeln für die Konservenfabriken packten auch die Kinder mit an; das Bild entstand in den 1940er-Jahren. (Bild: Heribert Hutter, Gemeindemuseum Rothus, Oberriet)

Die Heimarbeit war über lange Zeit ein notwendiger Bestandteil der Rheintaler Familieneinkommen dies- und jenseits des Rheins. Tausende von Frauen und einige Männer bearbeiteten Stickereien und Socken für Textilunternehmen, entsteinten Zwetschgen für Konservenfabriken oder entgrateten Aluteile für die metallverarbeitende Industrie. Selbst die Kinder wurden eingespannt.

Was am Küchentisch und in Kammern in zahlreichen Tages- und Nachtstunden entstand, ist kaum dokumentiert. Die Vorarlberger Arbeitsgemeinschaft Motter & Grabherr initiierte ein Forschungsprojekt, das die Heimarbeitenden und deren Leistungen ab 1945 sichtbar macht. Nun wird auch die Heimarbeit im St. Galler Rheintal erforscht, und zwar vom Archiv für Frauen-, Geschlechter- und Sozialgeschichte Ostschweiz.

Ausstellungen in Dornbirn und Schwarzenberg

Im Bregenzerwald und im Vorarlberger Rheintal ist die Sammeltätigkeit schon weit gediehen. Die Erinnerungen von Heimarbeiterinnen und die hergestellten Objekte sind seit 2017 im Angelika Kauffmann Museum in Schwarzenberg (Bregenzerwald) zu sehen. Ab dem 19. April 2018 präsentiert das Stadtmuseum Dornbirn eine Ausstellung zur industriellen Heimarbeit. Die Website www.heimarbeit-vor arlberg.at dokumentiert die bisherigen Ergebnisse und nimmt weitere Beiträge auf. Texte, Fo-tos und Interviews machen klar, unter welchen Bedingungen die Produkte entstanden sind. Mitte des letzten Jahrhunderts war die traditionelle Rollenteilung noch fest verankert. Der Ehemann brachte das Geld nach Hause, während sich die Ehefrau um Haushalt und Kinder kümmerte.

Zum finanziellen Überleben der Familie war die Heimarbeit oft unerlässlich.

Erzähl- und Sammelcafés in Widnau und Altstätten

Ein wichtiger Bestandteil der Forschung ist die mündliche Überlieferung. Interessiert sind die Mitarbeiterinnen des Frauenarchivs aber auch an Fotos und Objekten. Ehemalige Heimarbeiterinnen und Heimarbeiter sind herzlich eingeladen, bei Kaffee und Kuchen von ihrer Arbeit zu erzählen: am 5. April um 15 Uhr im Restaurant Hecht in Widnau und am 26. April um 15 Uhr im Restaurant Bahnhof in Altstätten. Auf Wunsch werden auch persönliche Gesprächstermine vereinbart. (pd)

Hinweis

Erzähl- und Sammelcafés: Donnerstag, 5. April, 15 Uhr, Restaurant Hecht, Büchelstrasse 18, Widnau; Donnerstag, 26. April, 15 Uhr, Restaurant Bahnhof, Bahnhofstrasse 74, Altstätten; im Internet: www.heimarbeit-rheintal.ch.

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