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RHEINTAL: Gut abgesichert für wenig Geld

Nur eine Schulgemeinde und der Kindes- und Erwachsenenschutz KES sind im Rheintal bis zu einer Million Franken abgesichert, falls eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter den Betrieb finanziell schädigen sollte.
Gert Bruderer
Am teuersten ist die ABG-Mitgliedschaft für politische Gemeinden, weil sie in der Regel deutlich grössere Gebilde sind als beispielsweise eine Kirchgemeinde oder eine Ortsgemeinde. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Am teuersten ist die ABG-Mitgliedschaft für politische Gemeinden, weil sie in der Regel deutlich grössere Gebilde sind als beispielsweise eine Kirchgemeinde oder eine Ortsgemeinde. (Bild: Martin Ruetschi/Keystone)

Gert Bruderer

Die Organisation, die für solche Schäden aufkommt, ist die Amtsbürgschaftsgenossenschaft, kurz ABG. Im Juni führte sie in Berneck ihre Generalversammlung durch. Ihr Präsident ist Balg­- achs einstiger Gemeindeschreiber Bruno Stieger, der heute in Mörschwil die gleiche Funktion innehat.

Von den 623 Mitgliedern im Kanton St. Gallen bestehen 124 im Rheintal. Politische Gemeinden, Schulgemeinden, Kirchgemeinden, Ortsgemeinden und andere Organisationen, die vorwiegend öffentliche Aufgaben erfüllen, gehören dazu. Sie bestimmen selbst, wie hoch die Bürgschaft durch die ABG sein soll – und zahlen dafür eine jährliche Prämie.

Am meisten zahlen politische Gemeinden

Am teuersten ist die ABG-Mitgliedschaft für politische Gemeinden. Zumal sie in aller Regel deutlich grössere Gebilde sind als beispielsweise eine Kirchgemeinde, bezahlen die politischen Gemeinden für eine maximale Bürgschaft von einer Million nicht 750 Franken (wie die Schul- und Kirchgemeinden) oder 1300 Franken (wie die Ortsgemeinden), sondern 5000 Franken.

Begnügt man sich mit einer Bürgschaft von einer halben Million, sinkt der Tarif für die politische Gemeinde auf vergleichsweise bescheidene 1700 Franken.

Viele Bürgschaften für eine halbe Million

Bei der Durchsicht der Liste, auf der alle Gemeinden und Bürgschaften erfasst sind, fällt auf: Für den Höchstbetrag von einer Million Franken sind im Rheintal nur die Primarschulgemeinde Au-Heerbrugg und die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb «versichert».

Es folgen die Politischen Gemeinden Diepoldsau (mit 800000 Franken), die Stadt Altstätten (mit 700000 Franken) und sodann eine ganze Reihe von ABG-Mitgliedern, die sich für eine Bürgschaft von einer halben Million Franken entschieden haben. Unter ihnen sind etwa die Oberstufe Altstätten, die Pri­marschule Altstätten, die Politische Gemeinde Oberriet, die Stadt Rheineck und die Elektri­zitäts- und Wasserversorgung von Rheineck.

Eigene Rechnung, eigene Mitgliedschaft

Auch andernorts sind ausser der politischen Gemeinde die technischen Betriebe separat Mitglied der ABG. Dies begründet Bruno Stieger so: Wer eine eigene Rechnung führt und eine eigene Bilanz hat, muss selbst Mitglied sein, sofern er sich bei der ABG absichern will.

So sind beispielsweise in Rebstein ausser der politischen Gemeinde, den Schulen und den Kirchen das Altersheim Geserhus, die Elektrizitätsversorgung, die Wasserversorgung und der Zweckverband Schiessanlage Purst Mitglied der ABG. Der Zweckverband ist eines der wenigen Mitglieder, die mit einer 25000-Franken-Bürgschaft vorlieb nehmen und dafür pro Jahr 45 Franken bezahlen.

Dienste der ABG noch nie gebraucht

Die Primarschule Au-Heerbrugg hat für die Bürgschaft von einer Million Franken einen jährlichen Beitrag von 750 Franken aufzuwenden. Schulpräsident Walter Portmann sagt, zusammen mit einem Versicherungsbroker führe die Schule jährlich eine Prüfung durch.

Dass schon vor langer Zeit die Bürgschaftssumme von einer Million gewählt worden sei, liege an der doch eher bescheidenen Prämiendifferenz: Eine Schulgemeinde, die sich mit einer halben Million begnüge, zahle 400 Franken und somit bloss 350 Franken weniger.

Gebraucht hat Au-Heerbrugg die ABG bisher allerdings nie. So ist es eben mit Versicherungen und Bürgschaften: Hat man nichts von ihnen (ausser einem Gefühl von mehr Sicherheit), ist das trotzdem das Beste.

Kanton und Kirche haben Sondertarife

Dass auch besondere Vereinbarungen möglich sind, zeigt das Beispiel des Kantons St. Gallen, der pro Jahr einen Tarif von 54000 Franken bezahlt, oder der evangelischen Kirchgemeinden. Von ihnen ist keine separat Mitglied der Amtsbürgschaftsgenossenschaft. Stattdessen ist für sie alle die evangelisch-reformierte Kantonalkirche ABG-Mitglied und entrichtet einen jährlichen Tarif von 6300 Franken. Die Gegenleistung der ABG ist eine Bürgschaft von 500000 Franken für jede evangelische Kirchgemeinde.

Kirche von Bad Ragaz ist froh um Bürgschaft

Froh gewesen um die Bürgschaft ist jüngst die evangelische Kirchgemeinde von Bad Ragaz, die vor zwei Jahren im grossen Stil durch ihren damaligen Kassier finanziell geschädigt wurde. Obschon die Kontroll- und Sicherheitsvorkehren ungenügend gewesen waren, hat Bruno Stieger an der Generalversammlung im Juni die Summe bekannt gegeben, die der geprellten Kirchgemeinde ausgerichtet werde – immerhin 325000 Franken.

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