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RHEINTAL: Gegen Erdbeben hilft nur Hoffnung

Wie gross ist für uns die Gefahr eines Erdbebens? Wäre eine obligatorische Erdbebenversicherung sinnvoll? Die Fragen stammen von den Kantonsräten Sandro Hess, Stefan Britschgi und Michael Schöbi.
Gert Bruderer
An der Erdbebenübung «Rheintal 06» nahmen 1200 Personen teil. (Bild: Archiv 18. 10. 2006)

An der Erdbebenübung «Rheintal 06» nahmen 1200 Personen teil. (Bild: Archiv 18. 10. 2006)

Gert Bruderer

Gerichtet sind die Fragen der drei Rheintaler Kantonsparlamentarier in Form einer Interpellation an die St. Galler Regierung. Diese antwortet nun, sie halte eine gesamtschweizerische obligatorische Erdbebenversicherung für sinnvoll. Sie unterstütze deshalb die Schaffung eines entsprechenden Interkantonalen Konkordats.

Eine obligatorische Erdbebenversicherung für die ganze Schweiz versuchen Politik und Versicherer seit zwei Jahrzehnten einzuführen. Sie scheiterten bisher jedoch am Widerstand einzelner Kantone.

Es gab schon einige starke Beben

Auch wenn das Erdbebenrisiko in der Schweiz nicht allzu gross ist: Seit dem 13. Jahrhundert haben sich doch zwölf dokumentierte Erdbeben ereignet, die grossen Schaden angerichtet haben. Als historische Beispiele nennt die Regierung die Erdbebenserie im Kanton Obwalden im Jahr 1964, das Erdbeben von Siders 1946 und jenes von Basel 1356. Das Basler Erdbeben war das heftigste (mit der Magnitude 6,6), in Siders wurde die Magnitude 5,8 gemessen, in Obwalden 5,3.

Rheintal ist Risikogebiet

Zu den Regionen mit erhöhtem Erdbebenrisiko gehört neben dem Wallis, der Region Basel, Teilen der Innerschweiz, dem Berner Oberland sowie dem Engadin das St. Galler Rheintal. In den letzten paar Jahrzehnten kam es wiederholt vor, dass die Erde im Rheintal spürbar bebte. Die in der Schweiz jährlich 10 bis 15 spürbaren Beben sind allerdings der kleinste Teil aller Erschütterungen; in der Schweiz bebe die Erde durchschnittlich 500- bis 800-mal pro Jahr, schreibt die St. Galler Regierung.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich innerhalb von 50 Jahren in der Schweiz ein lokales Beben der Magnitude 5,5 ereignet, beziffert die Regierung mit 80 Prozent. Kleine bis mittlere Gebäudeschäden dürften die Folge sein. Die Wahrscheinlichkeit für ein regionales Beben der Magnitude 6 wird mit 40 Prozent angegeben. Dass die Erde überregional und zerstörerisch bebt (Magnitude 7) wird mit einer fünfprozentigen Wahrscheinlichkeit verbunden.

Schlimmstenfalls 100 bis 300 Tote

Nicht nur Häuser und Infrastruktur können Schaden nehmen, auch für Menschen besteht eine gewisse Gefahr. Zu dieser äussert sich die «Gefährdungs- und Risikoanalyse des Kantons St. Gallen». Konkret geht der Kanton beim angenommenen Referenzszenario «Erdbeben der Magnitude 6,5 bei Sargans» davon aus, dass ein solches Ereignis alle 500 bis 1000 Jahre vorkommt. Es wäre «mit 100 bis 300 Todes­opfern und Schwerverletzten sowie mit einer hohen Zahl Unterstützungsbedürftiger und zu evakuierender Menschen zu rech­- nen». Der finanzielle Schaden bei einem solchen Beben wird auf 11 bis 33 Milliarden Franken geschätzt. Verglichen mit der Gefährdung durch ein Unwetter mit Sturm sei der Schaden bis zu zwanzigmal grösser.

Erdbebenschäden nicht versichert

Heute sind Erdbebenschäden bei den kantonalen Gebäudeversicherungen (ausser im Kanton Zürich) nicht versicherbar. 18 kan­tonale Gebäudeversicherer, da­runter auch jene des Kantons St. Gallen, haben sich 1978 zum Schweizerischen Pool für Erd­bebendeckung zusammengeschlossen.

Bei einem Erdbeben erbrächte er freiwillige Leistungen. Der Pool deckt im Moment zwei Milliarden Franken. Für ein zweites Erdbeben im gleichen Jahr stünden nochmals zwei Milliarden zur Verfügung. Angesichts der möglichen Schadensumme ist das wenig. (gb/sk)

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