RHEINTAL: Ein Licht im Dunkel der Zeit

Der Ökumenische Kirchenchor St. Margrethen gestaltete in der dortigen evangelischen Kirche unter dem Thema «Bereitet das Herz für das Kommen des Herrn» ein Adventskonzert, das zu gefallen wusste.

Gerhard Huber
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Ein gelungenes Adventskonzert bot der Ökumenische Kirchenchor St. Margrethen unter der Leitung von Dagmar Marxgut. (Bild: Ulrike Huber)

Ein gelungenes Adventskonzert bot der Ökumenische Kirchenchor St. Margrethen unter der Leitung von Dagmar Marxgut. (Bild: Ulrike Huber)

Ein kleines Highlight unter den vielen derzeit zu hörenden Adventskonzerten wurde am Samstag in St. Margrethen gegeben. Der Ökumenische Kirchenchor unter der musikalischen Leitung von Dagmar Marxgut hatte sich mit einem Streichquartett, bestehend aus Andrea Gass (Violine), Barbara Gschwend-Nüesch (Violine), Christian Vogler (Viola) und Johannes Toppius (Cello) sowie mit Julia Rüf an der Orgel, verstärkt und brachte Kirchen- und Adventsmusik zur Aufführung. In erstaunlich hoher Qualität.

Bereits beim themengebenden Eingangslied des Abends «Bereitet das Herz für das Kommen des Herrn» von Johann Sebastian Bach zeigte der Chor seine grosse Ausgewogenheit, seinen angenehmen Klang und seine Musikalität. Das Lied wies bereits den Weg für das ganze Konzert. Adventlich, weihnachtlich, aber festlich ernst und ohne das für Weihnachtskonzerte übliche Glöckchenspiel und Klingelingeling. Höhepunkt des Abends war die Wiedergabe der «Adventschoräle» des deutschen Komponisten Christoph Graupner (1683 – 1760). Zu den Adventschorälen erfuhr der Ökumenische Kirchenchor eine kongeniale Begleitung durch das Streichquartett, das sich nie in den Vordergrund spielte. Bewegend und in grosser musikalischer Dichte vorgetragen, durften die Besucher ein grossartiges Stück Kirchenmusik erleben.

Ebenso beim Werk «Prope est Dominus» des österreichischen Komponisten zur Zeit der Romantik Carl Czerny (1791 – 1857), ein ebenfalls wenig bekannter, aber äusserst begabter Schüler Ludwig van Beethovens. Ein ruhiges, getragenes, ja beinahe andächtiges Lied, wiederum hervorragend intoniert vom ökumenischen Kirchenchor samt Begleitung. Zum restlichen Programm passend trug das anwesende Streichquartett das Werk «Quatuor op. 208 Nr.2» vor, ein weitgehend unbekanntes und selten gespieltes Werk der französischen Musikbegabung Charles Dancla (1817 – 1907), der allerdings mehr als Paganini-Schüler und Sologeiger der Pariser Oper denn als Komponist aufgefallen war. Ein weiteres Beispiel dafür, dass es nicht immer Mozart, Beethoven, Haydn oder Vivaldi sein muss, sondern dass noch viele hochklassige Werke auf ihre Entdeckung und Wiederbelebung warten.

Mit dem Abschiedslied «Beata gens, selig das Volk» von Johann Michael Haydn (1737 – 1806) brachte der Chor noch einmal seinen wohltemperierten Klang zu Gehör. Ein Genuss für den Hörsinn.

Ein solch gelungenes Adventskonzert freut das Herz, stärkt die Seele und bringt Licht in die Dunkelheit der allzu kurzen Adventstage.