RHEINTAL: Als der Rhein noch ein Abenteuerland für die Jugend war

Mit dem Projekt Rhesi will man nicht nur den Rhein zwischen Bodensee und Illmündung gegen ein sogenanntes 300-jähriges Hochwasserereignis wappnen, sondern auch den natürlichen Lebensraum aufwerten.

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Bei Lienz (Bild) gleicht der Rhein einem Bach. Nicht weit davon entfernt, von Oberriet bis zur Mündung in den See, hat der Fluss eher den Charakter eines Grabens. (Bild: Kurt Latzer)

Bei Lienz (Bild) gleicht der Rhein einem Bach. Nicht weit davon entfernt, von Oberriet bis zur Mündung in den See, hat der Fluss eher den Charakter eines Grabens. (Bild: Kurt Latzer)

Die Hochwassergefährdung und damit verbundene Risiken sind auf dem Abschnitt unterhalb der Illmündung auf der Strecke der Internationalen Rheinregulierung am grössten. Das ist bei der Erarbeitung des Entwicklungskonzepts Alpenrhein deutlich geworden. Mit der Behebung festgestellter Defizite soll mit Rhesi nicht nur die Hochwassersicherheit erhöht, sondern der fischökologischen Wüste Rhein wieder mehr Leben eingehaucht werden. Von den neu geschaffenen Oasen sollen nicht nur Flora und Fauna profitieren, sondern die gesamte Bevölkerung. – Naherholungsgebiet Rhein: Da kommen einem die Fischer in den Sinn, die sich jedes Jahr zum ­Forellen-Saisonauftakt auf den Kiesbänken in Lienz sammeln, oder die eigene Jugend. Anfang der 1960er-Jahre waren die Mittelgerinne des Rheins bei Fussach noch nicht vollends ausgebaut. Der Fluss war für Kinder und Jugendliche «das Abenteuerland». Zwischen Kiesbänken, Sanddünen, lichtem Weidenbewuchs und schmalen Streifen Schilf haben die jungen Leute fast jede freie Minute verbracht. Einen grossen Teil der Ferien natürlich auch. Auch das «Rheinbähnle» war damals noch in Betrieb. Die abgestellten, hölzernen Waggons mussten für manch einen Streich herhalten.

Betrachtet man dieses Gebiet heute von der Rheinbrücke aus, die Fussach und Hard verbindet, hielte man nicht für möglich, dass dies einst «Abenteuerland» war. Lust, dort seine Freizeit zu verbringen, macht der Rhein nicht. Zwischen St. Margrethen und Fussach hat der Rhein den Charakter eines Drainagegrabens.

Das triste Bild könnte sich in den nächsten Jahren ändern, wie die neusten Visualisierungen des Projektes Rhesi zeigen. Verläuft alles nach Plan, könnte bereits Ende Jahr das «Generelle Projekt» vorliegen. (kla)5