«Rheinpark gut am Wind steuern»

ST.MARGRETHEN. Der neue Leiter des Rheinparks heisst Andreas Aepli. Im Interview spricht der Thurgauer über den Kurs, den er mit dem Einkaufszentrum einschlagen möchte und über die Entwicklung des Rheinparks seit demr Umbau 2009.

Monika von der Linden
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Andreas Aepli: «Es war immer mein Ziel, einmal den Rheinpark zu leiten.» (Bild: Monika von der Linden)

Andreas Aepli: «Es war immer mein Ziel, einmal den Rheinpark zu leiten.» (Bild: Monika von der Linden)

Andreas Aepli, seit 1. Juni leiten Sie den Rheinpark in St. Margrethen. Ist es Ihre erste Aufgabe dieser Art?

Andreas Aepli: Ich arbeite seit 35 Jahren bei der Migros. Für mich ist es das dritte Einkaufszentrum. Ich war bereits Leiter im Hubzelg in Romanshorn und zuletzt im Säntispark in Abtwil.

Warum wechselten Sie?

Aepli: Bei Migros Ostschweiz ist es die Regel, nach sechs bis acht Jahren die Leitung eines Centers auszuwechseln. In diesem Jahr gab es einige Pensionierungen. Das löste eine Rochade aus.

Wohin wurde Ihr Vorgänger abberufen?

Aepli: Giancarlo Gelsomino trägt als Leiter einer Verkaufsgruppe Verantwortung für fünfzehn Filialen in der Region Winterthur.

Wurden Sie versetzt?

Aepli: Es war immer mein Ziel, einmal den Rheinpark zu leiten. Der Name gilt als Synonym für ein Center im Rheintal.

Werten Sie es den Wechsel als Auf- oder Abstieg?

Aepli: Für meine Karriere ist es klar ein Aufstieg.

Weil der Rheinpark bereits umgebaut wurde?

Aepli: Es ist schön, ein fertig umgebautes Einkaufscenter zu leiten. Im Säntispark begleitete ich den Umbau vom Altbau bis zur Neueröffnung vor vier Jahren. Ein Aufstieg ist es wegen der Grösse. Im Rheinpark haben wir vierzig Partnergeschäfte, im Säntispark sind es siebzehn. Die Aufgaben sind an beiden Orten ähnlich.

Ist es eine grössere Herausforderung, ein Zentrum im Grenzland zu leiten als eines in St. Gallen?

Aepli: Die Mieter bilden eine homogene Gemeinschaft. Alle Partnergeschäfte sind motiviert, die Gegebenheiten so anzupacken, dass wir uns weiterentwickeln können.

Was verstehen Sie darunter?

Aepli: Die Kundschaft für den Rheinpark zu begeistern. Es ist mein Ziel, dass der Rheinpark von den Kundinnen und Kunden als der freundlichste Laden wahrgenommen wird.

Was ist neben der Freundlichkeit entscheidend?

Aepli: Ein guter Mix an Angeboten. Ein Kunde soll mit seinen Wünschen und Anliegen ernst genommen werden. Ist ein Produkt nicht verfügbar, gehört es zur Beratung, eine Alternative anzubieten.

Haben Sie ein Sorgenkind unter den Partnergeschäften?

Aepli: Das haben wir nicht. Es gab länger keine grossen Wechsel und es stehen keine bevor.

Gibt es einen Musterknaben?

Aepli: Der müsste männlich sein. In der Tat ist der Supermarkt der Frequenz-Geber für die übrigen Geschäfte. Er hat gute Umsatzzahlen.

Ist der Wechselkurs des Euro also kein Problem mehr?

Aepli: Wir haben Kunden aus Vorarlberg und aus Deutschland. Gleichwohl gehen Schweizer über die Grenze einkaufen. Wir haben uns angepasst.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Parkplatzbewirtschaftung? Schrecken die Parkgebühren Kunden ab?

Aepli: Es gibt kein Problem mehr. Die Gemüter sind beruhigt. Das Gesetz schreibt uns Parkplatzgebühren vor und wir haben es auch entsprechend kommuniziert.

Wohin steuern Sie das Schiff Rheinpark?

Aepli: Um bei Ihrem Bild zu bleiben: Gut am Wind, also am Markt orientiert. Mein Herz schlägt für das Einkaufszentrum, dessen Leiter ich bin, und für die Migros.

Inwieweit sind die Ziele der Migros Ostschweiz mit den Ihren identisch?

Aepli: Ich kenne die Erwartungen und habe den Ehrgeiz, sie zu erfüllen. Für den Rheinpark heisst das, ich möchte, dass alle Mieter auf Kurs bleiben. Aber die Latte wird immer höher gelegt.

Sollen Sie Personal einsparen?

Aepli: Nein. Mit dem bestehenden Mitarbeiterstamm sollen die Leistungen für die Kundinnen und Kunden stetig verbessert werden.

Sind die Öffnungszeiten gut?

Aepli: Die Kunden wünschen zwar längere Öffnungszeiten, nicht aber die Stimmbürger.

Zurzeit zeigt der Photoclub Rheintal eine Ausstellung in der Mall. Wird es auch künftig solche Ausstellungen geben?

Aepli: Sicher. Alle Ausstellungen werden in Gossau gesichtet und an die jeweilige Region angepasst. Wir erhalten auch Anfragen für Anlässe. Zum Beispiel informiert die Krebsliga demnächst über Brustkrebs-Vorsorge. So etwas unterstützen wir, sofern es nicht ideologisch ist.

Planen Sie bereits einen ersten Höhepunkt?

Aepli: Ein Höhepunkt wird das 40-jährige Bestehen des Rheinparks sein. Wir kreieren gerade Ideen für das Fest im März 2014. Meinen ersten Höhepunkt hatte ich an meinem ersten Arbeitstag.

Was erlebten Sie?

Aepli: Das Juni-Hochwasser. Ich lernte das Haus schneller kennen, als ich gedacht hatte. Ich hätte lieber einen trockenen Rundgang gemacht.

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