Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

RHEINECK/THAL/LUTZENBERG: Schwerer Unfall stoppte Übung

Die Feuerwehrübung war für die Rheinecker eine Art Abschiedsfeier und hatte fast Volksfestcharakter. In stimmungsvollem Rahmen verlief zunächst alles wunschgemäss. Doch ein Alarm wegen eines schweren Unfalls stoppte die Übung jäh.
Gert Bruderer
Zunächst war alles nur eine Übung – bis kurz vor 17 Uhr ein echter Alarm auf dem Übungsplatz einging. (Bild: Gert Bruderer)

Zunächst war alles nur eine Übung – bis kurz vor 17 Uhr ein echter Alarm auf dem Übungsplatz einging. (Bild: Gert Bruderer)

Gert Bruderer

Indem die bittere Realität der Feuerwehr Rheineck-Thal-Lutzenberg einen Strich durch die Rechnung machte, konnte sich die wichtige Blaulichtorganisation umso mehr beweisen.

Das Strassenrettungsteam hatte eben erst das Material ausgepackt, das auf dem Übungsplatz benötigt wurde, als der Alarm einging. Auf der Appenzellerstrasse in Rheineck waren zwei Autos frontal zusammengestossen. Später meldete die Kantonspolizei, dass alle drei Menschen in den Autos schwer verletzt worden seien. (Siehe Artikel-Zusatz ganz am Ende.)

«Sofort alles zusammenräumen!», rief Kommandant Enzo Termine. «Grad jetz, wo’s alls uspackt händ», meinte Rhein­ecks Gemeindepräsident Hans Pfäffli. Doch sehr viel länger als Pfäffli für seinen Satz, brauchten die Feuerwehrleute nicht, bis sie in Richtung Appenzellerstrasse losfahren konnten.

Auto mit Anhänger in dichtem Rauch

Bis dahin hatte Alarmstufe 2 im Rahmen der Hauptübung gegolten. Das heisst: Die Feuerwehr war praktisch mit allen 110 Feuerwehrleuten zur Stelle. Bei der Tankstelle auf dem Sefar-Platz war ein Auto mit Anhänger in Rauch gehüllt. Zwanzig Meter entfernt, vor einem Stand mit Pommes-Chips und Getränken, filmte das gespannte und vergnügte Publikum fleissig mit Handys das zielstrebige Wirken der übenden Feuerwehrleute.

Einmal hatte es heftig geknallt. Soeben dazu kommende Zuschauer waren erschrocken. Etwas später sagte Patrick Rüesch, der Vizekommandant, zum Publikum: «Achtung, es knallt nochmals.»

Übt die Feuerwehr, ist alles möglichst nahe an der Ernstfall-Wirklichkeit. Es ging in diesem Fall um ein Chemie-Ereignis. Zuverlässig und Schritt für Schritt erklärte Patrick Rüesch dem Pub­likum, was geschah. «Soeben ist der Einsatzleiter angekommen. Er rekognosziert.»

Aufgrund seiner Beobachtung erhöhte der Einsatzleiter die Alarmstufe von 1 auf 2. Kurz da­rauf trafen verschiedene Fahrzeuge ein, auch der Hubretter. «Das Gebiet wird abgesperrt», sagte Rüesch, «der Atemschutz versucht, die Leute, die im Fahrzeug sind, herauszuholen.» Es waren zwei. Bald waren sie in Sicherheit, und von den Samaritern wurden sie dem «Hundertviere­vierzgi» übergeben.

«Die Rettung kommt immer zuerst, sie ist das Wichtigste», sagte Rüesch. Auf einer anderen Seite des Sefar-Firmengebäudes gab es übungshalber noch mehr Menschen zu retten, denn dort war der erwähnte Unfall für die Feuerwehr-Hauptübung vorbereitet worden.

Abschied vom Feuerwehrdepot

Für die Feuerwehr ging es explizit darum, ganz von Anfang an alles richtig zu machen. Wie die Mutter, die zu ihrem Kind schaut, wenn es morgens in die Schule darf. Sie fordert es bei schlech­-tem Wetter nicht nur auf, den Regenmantel anzuziehen, sondern prüft zudem ein wenig später, ob das Kind ihn trägt.

Enzo Termine bediente sich dieses Vergleichs vor dem Übungsbeginn im Feuerwehrdepot in Rheineck. Hier wird der Besucher schon draussen von einer grossen Aufschrift daran erinnert, dass die drei Gemeinden Rheineck, Thal und Lutzenberg die Feuerwehr jetzt zusammen betreiben und ein gemeinsames Depot (in Thal) bekommen. Der Gast liest: «Am 30. Juni 2018 wird es eröffnet.» – Ein Termin, der unumstösslich ist, wie Hans Pfäffli versichert.

Das in Rheineck bestehende Depot war zum letzten Mal der Treffpunkt vor dem Üben. Insofern war der Anlass vom Samstag auch ein Abschied.

Das Publikum löschte ebenfalls

Die Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich auf dem Übungsplatz in Thal eingefunden hatten, wurden Zeugen blitzschneller Arbeit und sahen bestätigt, wovon sie ohnehin ausgegangen waren: Dass die Feuerwehr ihr Handwerk versteht.

Während das Strassenrettungsteam sich daran machte, beim schweren Unfall auf der Appenzellerstrasse zwischen Lutzenberg und Rheineck ihren Job zu machen, wandte sich das Publikum Vergnüglichem zu. Die Firma Sefar bewirtete alle mit einer feinen Wurst vom Grill, sodass man sich bei geselligem Beisammensein austauschen und ohne Eile ebenfalls einen Brand löschen konnte: den in der Kehle.

Ein 21-Jähriger, der von Lutzenberg nach Rheineck zu schnell unterwegs war, überholte auf Höhe Friedegg und geriet in der Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn. Er prallte frontal ins Auto eines korrekt fahrenden 73-Jährigen, der mit der Gattin unterwegs war. Alle drei wurden schwer verletzt. Den 21-Jährigen flog die Rega ins Spital. Die Strasse war stundenlang gesperrt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.