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RHEINECK: Und dann war da noch dieser Notsteg

Am Samstag feiern Rheinecker und Gaissauer 20 Jahre neue Grenzbrücke. Heftig diskutiert wurde damals der Erhalt eines provisorischen Steges, dessen Abbruch die Bevölkerung verhindern wollte.
Kurt Latzer
Aus einem Fussgänger-Provisorium für den Autobrückenbau geboren: Die hölzerne Rad- und Fusswegbrücke Rheineck-Gaissau. (Bild: Kurt Latzer)

Aus einem Fussgänger-Provisorium für den Autobrückenbau geboren: Die hölzerne Rad- und Fusswegbrücke Rheineck-Gaissau. (Bild: Kurt Latzer)

RHEINECK. Im Oktober 1996 wurde nach mehrjähriger Bauzeit die neue, grenzüberschreitende Autobrücke zwischen Rheineck und Gaissau eröffnet. Die Bevölkerung der Stadt Rheineck und der Gemeinde Gaissau hatten dies ausgiebig gefeiert. Am kommenden Samstag, 20 Jahre nach der Eröffnung, wird diese internationale «Brücken-Party» wiederholt. Woran sich einige womöglich nicht mehr erinnern können, ist die Ansprache des damaligen Vorarlberger Landesstatthalters Hubert Gorbach. Denn der hat am Schluss seiner Rede den damaligen St. Galler Landammann Walter Kägi überrumpelt: «Als nächstes bauen wir hier eine Holzbrücke für die Fussgänger und Radfahrer», verkündete Gorbach laut vor versammelter Bevölkerung. Letztere bejubelte den Landesstatthalter für sein Versprechen. Walter Kägi blieb nur noch eines zu tun: gute Miene zum «bösen Spiel» machen. Denn der Bau einer Fussgänger- und Veloverbindung über den Alten Rhein war damals alles andere als fix.

Aus Provisorium wurde internationale Verbindung

Um die Fussgänger und Velofahrer während des Baus der neuen Grenzbrücke nicht zu gefährden, wurde von der Rheinecker Uferpromenade auf die Gaissauer Seite ein Notsteg errichtet. Von Anfang an wurde kommuniziert, dass dieses Gerüst über den Alten Rhein nach der Eröffnung der neuen Autobrücke wieder abgebrochen werde.

Die Behelfsbrücke war noch kein Jahr in Betrieb, als sich erster Widerstand gegen deren geplanten Abbruch regte. Die massgebenden Stellen im Kanton St. Gallen wiesen mehrmals darauf hin, dass der Steg auf längere Sicht ein Sicherheitsrisiko darstelle, nicht für Jahrzehnte konzipiert sei.

Später mehrten sich die Stimmen in der Bevölkerung, die sich den Bau einer separaten Brücke für Fussgänger und Radfahrer wünschten. Diese könne man ja auf Höhe der alten Widerlager bauen, die schon die alte, gedeckte Holzbrücke getragen haben, die 1908 von Rheineck zum Grenzübergang Bangs-Lienz transportiert worden war.

Vielleicht in drei Jahren noch ein Brückenfest

Nach der Eröffnung der neuen Autobrücke 1996 und der damaligen Ankündigung Gorbachs, einen neuen Übergang für Fussgänger und Velofahrer bauen zu wollen, wurde 1999 erneut gefeiert. Die 44 Meter lange und 4,5 Meter breite, gedeckte Holzbrücke von der Rheinecker Promenade zum ehemaligen Gaissauer Zollhaus wurde eröffnet. Das Bauwerk zählt heute zu einer der wichtigsten Verbindungen des internationalen Rad- und Wanderwegnetzes.

Kaum war die Brücke eröffnet, wurde sie einigen Belastungstests unterzogen. Denn ortsunkundige Automobilisten benutzten die Holzkonstruktion und merkten erst bei der Rheinecker Schiffländi, dass da etwas nicht stimmt. Der Grund für die verirrten Autofahrer: Auf der Gaissauer Seite hatte man vergessen, das Fahrverbot für den motorisierten Verkehr zu signalisieren.

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